Veranstaltungen 2000

Ein Seminar für EinsteigerInnen und Einsteiger

Internet und Politik: Anwendungsmöglichkeiten und Übungen für die politische Arbeit

 

16. September 2000

 

Das Internet ist zu einem festen Bestandteil unserer Kommunikationskultur geworden. Auch immer mehr politische Gruppen und Organisationen greifen auf dessen neue Möglichkeiten zurück.

 

Das Seminar wandte sich an Personen, die den praktischen Einsatz der neuen Medien für politische Zusammenhänge erlernen wollten. Es wurden - auch anhand praktischer Übungen am eigenen PC - Grundkenntnisse vermittelt über Entstehung und Funktionsweise des Internet, Suchstrategien, Arbeiten mit E-Mails und Newsgroups sowie Außendarstellung durch die eigene Homepage.

 

Leitung: Edith Sitzmann

 

 

Wochenendseminar

Projekt- und Kampagnen-Management: Professionell planen und zielstrebig realisieren

 

21. - 23. Juli 2000, Schloß Flehingen Oberderdingen

 

Wenig Geld, knappe Zeit, dünne Aktivenbasis - das sind Rahmenbedingungen, unter denen politische Arbeit, ob in Parteien oder anderen Organisationen, in aller Regel stattfinden muß. Die Aufrechterhaltung des "Alltagsgeschäftes" nimmt einen breiten Raum ein. Zum Ausbrechen aus der Routine fehlt es nicht nur an Power, sondern zum Teil auch am Wissen darum, wie eine pfiffige Idee in ein gelungenes und öffentlichkeitswirksames Projekt umgesetzt werden kann.

 

Wirkungsvolles und erfolgreiches politisches Arbeiten kann durchaus erlernt und trainiert werden - nur wird das vorliegende Know-how oft noch viel zu wenig genutzt.

 

Leitung: Edith Sitzmann

 

 

Abendveranstaltung

War die CDU korrupt? Eine Zwischenbilanz

 

21. Juli 2000, Turmforum Stuttgart 21, Hauptbahnhof Stuttgart

 

War bei Regierungsentscheidungen der Ära Kohl Bestechlichkeit im Spiel? Dies sollte der Untersuchungsausschuß “Parteispenden” des Bundestags klären. Die schwarzen Konten der CDU machten wochenlang Schlagzeilen, irgendwann sank das öffentliche Interesse.

 

Die CDU erklärte mit der Wahl von Frau Merkel zur Parteivorsitzenden ihre Affäre für beendet. Nun tauchten mit dem aktuellen Skandal um die verschwundenen Akten und die vernichteten PC-Daten nach dem Regierungswechsel im Kanzleramt weitergehende Zweifel auf.

 

Leitung: Theresia Bauer

 

 

Wochenendseminar

Auf die Plätze - fertig - los...! Seminar für "frisch-gebackene" Kommunalpolitikerinnen

 

07. - 08. Juli 2000, Schloß Flehingen Oberderdingen

 

Mit dieser Veranstaltung setzten wir unsere Reihe "Frauen in der Kommunalpolitik" fort. Nach unseren Seminaren "Frau Macht Kommunalpolitik - Werkstatt für Multiplikatorinnen", "Muß ich? Kann ich? Soll ich? Als Frau den politischen Alltag meistern" und "Jetzt komme ich! Frauen auf dem Weg in die Kommunalparlamente" wandten wir uns mit diesem Angebot an alle Frauen, die im Oktober 1999 neu in ein Kommunalparlament gewählt worden waren. Mit unserer Veranstaltung boten wir unsere Unterstützung an, um den Einstieg in den kommunalpolitischen Alltag zu erleichtern.

 

Leitung: Edith Sitzmann

 

 

Tagung

Der Staat - der geeignete Garant sozialer Gerechtigkeit?

 

01. Juli 2000, Landesmuseum für Technik und Arbeit Mannheim

 

Die europäischen Wohlfahrtsstaaten befinden sich im Wandel. Die radikalen wirtschaftlichen, sozialen und demographischen Veränderungen der vergangenen Jahrzehnte erfordern eine entsprechende Anpassung der sozialen Sicherungssysteme.

 

Dieses Szenario ist nicht neu. Seit seinen Anfängen wird der Wohlfahrtsstaat regelmäßig mit grundsätzlichen Fragen seiner Finanzierbarkeit, Funktionalität, ja sogar seiner Wünschbarkeit konfrontiert.

 

Leitung: Claus Wendt, Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg e.V., Theresia Bauer

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Seminar à la carte: Einführung in die Kommunalpolitik

 

Juni bis Oktober 2000

 

Im Oktober 1999 hatten in Baden-Württemberg Kommunalwahlen stattgefunden. Im Unterschied zu vergangenen Wahlen hatten sich dieses Mal viele altgediente Mandatsträger/innen aus der Politik verabschiedet; viele neue, politisch aktive Menschen waren in die Kommunalparlamente gewählt worden.

 

Sich als Neuling im Gemeinde-, Ortschaftsrat oder Kreistag mit den Strukturen und den Verfahrensregeln sowie mit den Inhalten zurecht zu finden, ist nicht einfach. Hier boten wir Ihnen unsere Unterstützung an, um Ihnen den Einstieg in den kommunalpolitischen Alltag zu erleichtern!

 

Leitung: Edith Sitzmann

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Internationale Tagung

Lehren aus dem Krieg - Lehren aus dem Frieden

Bedingungen, Instrumente und Grenzen ziviler Konfliktbearbeitung

 

07. - 8. April 2000, Spiegelsaal im Rathaus, Palais Prinz Carl Heidelberg

 

Krisenprävention gilt als eine der großen politischen Herausforderungen für eine neue Außen- und Sicherheitspolitik. Auch die rot-grüne Bundesregierung hat ihnen im Koalitionsvertrag einen hohen Stellenwert eingeräumt.

 

Die 90er Jahre haben eine Vielzahl von Konflikten mit hohem Eskalationspotential hervorgebracht, die aus Staatszerfallprozessen, internen Machtkämpfen und ethnischen Auseinandersetzungen resultieren. Die internationale Gemeinschaft sieht sich damit konfrontiert, daß sie humanitären Katastrophen, ethnischen Säuberungen bis hin zum Völkermord - trotz frühzeitiger Warnungen - bislang nicht wirkungsvoll begegnen kann. Sie ist aber gleichzeitig immer weniger gewillt, diese als “innere Angelegenheit souveräner Staaten” tatenlos hinzunehmen.

 

Die schmerzlichen Erfahrungen im Kosovo-Jugoslawien-Krieg belegen, daß die Wirksamkeit herkömmlicher (Gewalt-)Maßnahmen äußerst begrenzt sind. Neue Instrumente der Krisenprävention wurden nur sehr ungenügend genutzt.

 

Leitung: Theresia Bauer, Hendrick Lehmann

 

 

Internationales Seminar: Die neuen Herausforderungen der europäischen Sicherheitspolitik

 

13. - 16. April 2000, Bad Liebenzell

 

Der Kosovo-Jugoslawien-Krieg hat den Ruf nach einer gemeinsamen europäischen Sicherheitspolitik erheblich verstärkt. Mit der Berufung Solanas als Hohen Vertreter und Koordinator für die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik (GASP) der Europäischen Union wurde ein weiterer Schritt getan, um außen- und sicherheitspolitische Standpunkte in Europa gemeinsam zu vertreten.

 

Jedoch existiert nach wie vor das Spannungsfeld zwischen integrationsorientierten und intergouvernemental ausgerichteten Ansätzen. So bleiben die Konturen der GASP nach wie vor unscharf.

 

Leitung: Gerhard Pitz, Ina Rubbert

 

Das Seminar fand statt in Zusammenarbeit mit dem Europa-Zentrum Baden-Württemberg, Maison de l´Europe & Musée Robert Schuman, Dom Europejski Ustron, Europäische Akademie Jihlava, Prag.

 

 

Seminar à la carte: Demokratie in Bewegung

 

18. März, 1. April und 15. April 2000, Mühlacker, Stuttgart und Göppingen

 

Unsere demokratischen Strukturen sind geprägt von den Erfahrungen mit deutscher Geschichte in der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts. Inzwischen hat sich die Gesellschaft rasant weiterentwickelt.

 

Die einmal festgeschriebenen Formen der Demokratie haben sich aber nicht automatisch mitverändert. Bürgerbeteiligung, politische Partizipation, direkte Demokratie, all das sind Schlagworte, die heute immer häufiger als mögliche Zukunftswege für unsere Gesellschaft diskutiert werden. Demokratie muß gesellschaftlichen Veränderungen Rechnung tragen. Es gibt Initiativen, die Vorstellungen für die Zukunft unserer Demokratie entwickelt haben und die Demokratie lernen und wagen wollen.

 

Dieses Seminarangebot wollte zum einen Grundwissen über Demokratie von politischer Partizipation und Selbstbestimmung, über Volksinitiativen bis zum Volksentscheid vermitteln, zum anderen sollten je nach gewähltem Schwerpunkt - ob Berichte aus anderen Ländern, "jour fixe", Argumentationstraining oder Kampagnenarbeit - aktuelle Erfahrungen und Kontroversen vorgestellt und diskutiert werden.

 

Leitung: Barbara Lehmann

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Wochenendseminar

Politisch Streiten - überzeugend argumentieren

 

25. - 27. Februar 2000, Schloß Flehingen, Oberderdingen

 

Das politische Geschäft lebt vom Disput und Streit unterschiedlicher Auffassungen. Überzeugendes Auftreten und pointiertes Argumentieren sind dabei von außerordentlichem Wert. Um in Diskussionen und Debatten bestehen zu können, ist besonders die Fähigkeit gefragt, schnell und angemessen zu reagieren.

 

Erschwert wird das politische Auftreten oft durch die Schärfe der Auseinandersetzung und die manchmal wenig sachliche Streitkultur. Die Bekanntschaft mit "List und Tücke", mit "boshafter Rhetorik" und mit destruktiven Kommunikationsstrategien ist in der Politik eine unumgängliche Erfahrung. Sie muß dennoch nicht in Frustration enden, sondern kann gewendet werden, um persönlich daran zu wachsen und selbst dazu beizutragen, eine andere politische Streitkultur zu entwickeln.

 

Leitung: Elge Wörner

 

 

Matinée

Alles anders und nichts besser? Was ist neu an der Außenpolitik von Rot-Grün?

 

20. Februar 2000, Rosenau Stuttgart

 

Er mache keine grüne Außenpolitik, er mache deutsche Außenpolitik, so Bundesaußenminister Joschka Fischer in den ersten Interviews nach seinem Amtsantritt. Die Betonung der Kontinuität, das vielfache Bekenntnis zur Einbindung in das westliche Bündnis sind auch nach dem Regierungswechsel Eckpfeiler deutscher Politik auf der internationalen Bühne.

 

Und doch, so scheint es, hat sich was verändert in der Wahrnehmung und Darstellung von Außenpolitik: Der Fünf-Punkte-Plan zum Kosovo war eng verknüpft mit dem Namen Joschka Fischer, die Menschenrechte mehr denn je auch jenseits der Rhetorik Dreh- und Angelpunkt außenpolitischer Entscheidungen. Und, so war in einem Interview in der taz zu lesen, es soll auch eine grüne Außenpolitik geben.

 

Leitung: Gerhard Pitz

 

 

Tagesseminar

Strom muss nicht gelb sein: Alternativen im Strom-Markt

 

19. Februar 2000, Haus der Architekten Stuttgart

 

Früher hatten Stromkunden keine Wahl. Sie mußten den Strom kaufen, den ihnen das örtliche Energieversorgungsunternehmen anbot. Dieser Strom wird zu mehr als 90% aus Kohle, Uran, Erdöl und Erdgas gewonnen.

 

Das ist seit dem 1. April 1998 anders. Wie in der Telekommunikation sind auch in der Stromversorgung die gesetzlich garantierten Monopole gefallen.

 

Mit der Möglichkeit, sich den Stromversorger nun selbst wählen zu können, geht der Wunsch vieler Stromkunden nach schadstoffreiem und klimaneutralem Strom in Erfüllung. Endlich können sie sich vom Atomstrom abkoppeln, ohne gleich ganz vom Netz gehen zu müssen.

 

In der praktischen Durchführung gibt es allerdings Schwierigkeiten - den Richtigen zu finden, ist ein kleines Suchspiel. Ist Grüner Strom gleich Grüner Strom? Und: Zu welchen Bedingungen man schlussendlich beliefert wird, ist oft nicht einfach zu klären. Auch ein leises Unbehagen mischt sich in die Freude: Was bedeutet diese "neue Freiheit" für das Ziel der Energiewende? Und: Macht dieser Kampf noch Sinn und hat er noch Aussicht auf Erfolg in der Ägide eines liberalisierten Strommarktes?

 

Leitung: Ulrich Fröhner

 

 

Zwei Einzelveranstaltungen

Die Mär vom grenzenlosen Glück - Die Dekaden IX: 1980 - 1990

Revue in Texten und Musik über das zur Neige gehende Jahrhundert

 

05. und 06. Februar 2000, Bilderhaus Gschwend

 

Die große Zeit der Friedensbewegung, die Hausbesetzerszene, vor allem in Berlin und Hamburg, bestimmten streckenweise den politischen Alltag am Anfang des Jahrzehnts. Die politische Kultur im Lande bekam ein neues Gesicht, die neue grüne Partei begann sich zu etablieren.

 

Eine Kooperationsveranstaltung mit dem Bilderhaus Gschwend.

 

 

Podiumsdiskussion

Grüne (Un-)Ordnung: Ordnungsökonomik und ökologisch-soziale Wirtschaftskonzepte als wechselseitige Herausforderung

 

03. Februar 2000, SWR Studio Freiburg

 

Seit gut einem Jahr war mit Bündnis 90 / Die Grünen eine Partei an der Bundesregierung beteiligt, deren Programm die Forderung nach einem ökologischen Umbau der Industriegesellschaft und somit die Erweiterung der Sozialen zur Ökologisch-sozialen Marktwirtschaft enthält.

 

Wie die damit verbundenen Reformprojekte umgesetzt werden sollen, ist sowohl innerhalb der Rot-Grünen Koalition als auch innerhalb der Grünen selbst immer wieder umstritten. Auch die Fragen, inwieweit die Bündnisgrünen die Nachfolge der FDP als liberale Partei antreten sollen und inwieweit in der Ordnungsökonomie Leitlinien auch für eine grüne Wirtschaftspolitik zu finden sind, bleiben partei-intern noch ungeklärt.

 

Leitung: Gerhard Pitz, Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg e.V., Dr. Lüder Gerken, Walter Eucken Institut