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VeranstaltungenArchiv2008-1999
Heinrich Boell

Tagung

Biopolitik und Menschenbild

 

Der Streit über die moderne Biotechnologie steckt in einer Sackgasse. Dem Versprechen neuartiger Therapien und Diagnostiken wird das Prinzip der Menschwürde entgegengestellt, das instrumentelle Handlungen am Menschen untersagt. Umstritten ist jedoch, ob bzw. ab wann auch einem Embryo Menschenwürde zukommt. Bisher wurde kaum versucht, diese gegensätzlichen Positionen diskursiv aufzulösen.

Aus diesem Grund sollte auf der Tagung eine Debatte jenseits des üblichen Pro- und Contra-Schemas geführt werden. Dazu sollte der Diskurs an das polit-philosophische Konzept des "guten Lebens" angebunden werden. Denn eine mit kategorisch-moralischen Argumenten geführte Diskussion wird dem "Faktum des gesell-schaftlichen Pluralismus" (John Rawls) schon lange nicht mehr gerecht.

 

Programm

 

10.00 Uhr - Begrüßung

Gerhard Gräber

Vorstand der Heinrich Böll Stiftung Bad.-Württ. e.V.

 

10.15 Uhr - Einführungsreferat

Das "gute Leben" als ethisches Konzept?

Konsens und Dissens über das gute Leben in der liberalen Gesellschaft

Matthias Kettner

Professor für Philosophie, Universität Witten/Herdecke

 

11.00 Uhr

Themenschwerpunkt "Selbstbestimmung und Eugenik"

Pränatal- und Präimplantationsdiagnostik - im Dienste weiblicher Selbstbestimmung oder einer neuen Eugenik?

Sigrid Graumann

Institut Mensch, Ethik und Wissenschaft, Berlin

 

Humanes Klonen - ein Fortschritt für den Menschen oder ein Bruch mit der Menschenwürde?

Dietmar Mieth

Professor für theologische Ethik unter besonderer Berücksichtigung der Gesellschaftswissenschaften, Universität Tübingen

 

13.30 Uhr

Themenschwerpunkt "Gesundheit und Gerechtigkeit"

Verkörperte Risiken: Gendiagnostik zwischen rationaler Gesundheitsvorsorge und ärztlich hervorgerufenem Verlust an Lebensqualität

Regine Kollek

Professorin für Technologiefolgeabschätzung der modernen Biotechnologie in der Medizin, Universität Hamburg

 

Genetisierung, Individualisierung und ernstere Herausforderungen:

Die Zukunft des solidarischen Gesundheits-systems im Zeitalter der Molekularen Medizin

Norbert W. Paul

Institut für Geschichte der Medizin, Universität Düsseldorf

 

15.30 Uhr

Abschlusspodium: Was tun?

Biopolitik zwischen ethischer Selbstverständigung und politischer Entscheidung - Was rate Ethiker, worauf hören Politiker?

 

mit

Hans-Josef Fell, MdB

Bündnis 90/Grüne

Andrew Moore

European Molecular Biology Organization (EMBO), Science & Society Programme Manager

Dietmar Mieth

Regine Kollek

 

Moderation

Katrin Platzer

Studienleiterin, Evangelische Akademie der Pfalz, Speyer

 

Die Veranstaltung fand statt in Kooperation mit dem Deutsch-Amerikanischen Institut (dai) Heidelberg.

 

 

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