Abendveranstaltung

Frauenrechte im Kreuzfeuer der Fundamentalismen

Wo steht die internationale Frauenpolitik 10 Jahre nach Peking?

 

Ladies Lunch on tour Do, 16. Juni 2005, Stuttgart

 

10 Jahre nach der erfolgreichen UN-Frauenkon-ferenz in Peking schloss dieses Jahr keine große internationale Nachfolge-Frauenkonferenz an. Weltweit haben politische Kräfte an Boden gewonnen, die Rückschritte befürchten lassen. Nicht nur in der Frage von Schwangerschaftsabbruch, dem Zugang zu Verhütungsmitteln und Aufklärung ergeben sich unvermutete Allianzen z.B. zwischen den USA, dem Vatikan und islamistischen Ländern.

Fundamentalistische Bewegungen haben über alle Differenzen hinweg bemerkenswerte Gemeinsamkeiten hinsichtlich der Geschlechterverhältnisse und der Sexualität: Die patriarchale Kontrolle über Frauen, ihre Sexualität und Fruchtbarkeit, die Ablehnung von Homosexualität und die Behauptung der väterlichen Autorität in der Familie.

Mit der Ausrufung des „globalen Kampfes gegen Terrorismus“ nach dem 11. September 2001 und der Beschwörung des „Zusammen-pralls der Zivilisationen“ hat sich die Situation verschärft. Wo Polarisierung, Separation und Feindbilder das Denken beherrschen, verengt sich der Spielraum für Aufklärung und Frauenrechte.

In Deutschland bekommen dies junge Frauen deutscher, aber vor allem nichtdeutscher Herkunft in besonders krasser Form zu spüren: Gewalt gegen Frauen, Zwangsheiraten und Ehrenmorde nehmen zu.

 

Vor diesem Hintergrund:

  • Was sind die Perspektiven internationaler Frauenpolitik, und wo liegen Handlungsspiel-räume?
  • Welche Rolle wird die erweiterte EU spielen?
  • Was sind die Aufgaben einer rot-grünen Politik, um den in Deutschland aufgewachsenen jungen Migrantinnen Perspektiven zu ermöglichen?
  • Welche gesellschaftlichen Akteure gilt es zu mobilisieren?

 

Franziska Brantner begleitete die beiden UN-Folgekonferenzen Peking+5 und Peking+10.

Sie war als Beraterin beim United Nations Development Fund for Women (UNIFEM) tätig und beriet die Ständige Vertretung der Europäischen Union bei den Vereinten Nationen in New York; sie promoviert gegenwärtig in Paris über die Rolle der USA im Integrationsprozess der Europäischen Union.

Sie wird auf die Bedeutung der Fundamentalisierung in den internationalen Beziehungen und die Folgen für Frauenpolitik, die Rolle konservativer und fundamentalistischer Lobbies und die Politik der EU eingehen.

Außerdem wird sie über die Bewegung "Weder Huren noch Unterworfene" der jungen Migrantinnen aus den französischen Trabantenstädten berichten.

Vortrag

 

Ayshe Özkan (Name geändert) ist bei ROSA, Anonymes Wohnen für junge Migrantinnen, als Diplom-Sozialarbeiterin beschäftigt. Sie selbst ist Migrantin der zweiten Generation und arbeitet auch als Interkulturelle Trainerin.

 

Collin Schubert arbeitet im Rahmen des Referats „Frauenrechte in islamischen Gesellschaften“ von TERRE DES FEMMES e.V. und ist mit der Kampagne gegen Zwangsheirat und Verbrechen im Namen der Ehre befasst.

Vortrag

 

 

weitere Informationen:

 

Aktionshandbuch Peking+10

Schon abgehakt? Zehn Jahre 4. Weltfrauenkonferenz - Zehn Jahre Pekinger Aktionsplattform. Berlin 2005

 

Zum Thema Muslima noch ein Hinweis auf ein sehr interessantes Buch über die Bewegung französischer Muslimas:

Fadela Amara: Weder Huren noch Unterworfene

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Böll Thema "In Gottes Namen" Frauen und Fundamentalismus

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