Tagung

Pluralismus in der Medizin Schulmedizin und Komplementärmedizin - unvereinbare Gegensätze? 

 

9. April 2005, Stuttgart

 

Patientinnen und Patienten wollen wirksam und schonend behandelt werden. Umfragen belegen immer wieder, dass insbesondere die Komplementärmedizin und ihre Arzneimittel bei der Mehrzahl der BürgerInnen hoch im Kurs stehen. Ihre AnwenderInnen sind höchst zufrieden mit den Ergebnissen der Therapie. Homöopathie, Naturheilverfahren, Anthroposophische Medizin, TCM und Ayuverda bieten ein breites Spektrum von Möglichkeiten, und PatientInnen nutzen diese nicht nur zur Behandlung von Bagatellerkrankungen.

Bei aller Unterschiedlichkeit der komplementären Medizinsysteme, ihrer Herkunft und ihrer therapeutischen Mittel, haben komplementärmedizinische Verfahren doch einiges gemeinsam: Sie sehen den kranken Menschen als Ganzes und schreiben den PatientInnen bei der Bewältigung Ihrer Krankheit eine aktive Rolle zu. Für sie sind PatientInnen nicht nur Objekt ärztlicher Kunst, sondern gleichermaßen Subjekt und PartnerInnen des Arztes.

Die Komplementärmedizin möchte schulmedizinische Möglichkeiten nicht ersetzen. Vielmehr bietet sie eine therapeutische Vielfalt, die es ermöglicht, PatientInnen mit ihrer individuellen Krankheitserfahrung gerecht zu werden.

Die Tagung geht der Frage nach, was Pluralismus in der Medizin, auch für unser Verständnis von Gesundheit und Krankheit, bedeutet. Wird dem Wunsch einer Mehrheit der Bevölkerung in den gesetzlichen Rahmenbedingungen Rechnung getragen? Wie spiegelt sich dies im Leistungsangebot der (gesetzlichen) Krankenkassen wider.

 

 

Programm

 

11.00 Begrüßung

Heike Schiller-Schenten, Vorstandsvorsitzende der Heinrich Böll Stiftung BW

Nikolai Keller, Geschäftsführer der Zukunftsstiftung Gesundheit

 

11.15 Auftakt

Brigitte Lösch, MdL

 

11.30 Was bedeutet Pluralismus in der Medizin?

Dorothée Struck, Ärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe – Naturheilverfahren, Kiel

 

12.15 Krankenkassen und Medizinpluralismus: Möglichkeiten und Grenzen

Rolf Stuppardt, Vorstandsvorsitzender des IKK-Bundesverbandes

 

13.00 Mittagessen

 

14.00 Therapiefreiheit: PatientInnenwunsch und Realität

Nikolai Keller, Geschäftsführer der Zukunftsstiftung Gesundheit, moderiert das Gespräch zwischen

Judith Storf , Bundesverband Patientenstellen, Bielefeld und

Rolf-Ulrich Schlenker, stellvertr. Vorstandsvorsitzender der Gmünder ErsatzKasse

 

15.00 Kaffeepause

 

15.15 Menschenbild und Therapieangebot einer ganzheitlichen Medizin –

am Beispiel der anthroposophischen Medizin

Markus Treichler, Psychiater und Psychotherapeut, leitender Arzt der Filderklink

 

16.00 Gesundheit ist relativ

Werner Bartens, Arzt, Historiker, Journalist und Autor („Die Tyrannei der Gene“, „Was hab ich bloß? Die besten Krankheiten der Welt“, „Lexikon der Medizin-Irrtümer. Vorurteile, Halbwahrheiten, fragwürdige Behandlungen), Freiburg

 

16.45 Resumée und Ausblick

Biggi Bender, MdB

 

Ende gegen 17.00 Uhr

 

Tagungsbericht

 

 

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