Tagung

Fremde Schwestern - künftige Partnerinnen

Veranstaltung zur polnischen Frauenbewegung und den Schwierigkeiten in den deutsch-polnischen Beziehungen im gemeinsamen Europa

 

16. April 2005, Stuttgart

 

Ein Jahr nach dem EU-Beitritt Polens wissen wir noch immer wenig über unser größtes östliches Nachbarland.

Das deutsch-polnische Verhältnis ist kein einfaches: Zum einen lastet auf ihm der lange Schatten des Nationalsozialismus, was sich noch heute in Auseinandersetzungen wie der um das Vertreibungszentrum wiederspiegelt. Zum anderen sind die deutsch-polnischen Beziehungen - gerade auch im Umfeld der Grünen - schwierig, weil unterschiedliche Geschichtserfahrungen, Identitäten und Parteibildungsprozesse zu Grunde liegen.

Seit 15 Jahren durchläuft Polen einen tiefgehenden Transformationsprozess.

Die Situation von Frauen ist ein Gradmesser dieser Entwicklung, um die daher nicht zufällig eine heftige gesellschaftliche Aus­einandersetzung tobt: Nirgendwo in den neuen Mitgliedsländern ist der Druck konservativer Kräfte spürbarer, die Offensive der Kirche deutlicher und gleichzeitig die Frauenszene vielfältiger und lebendiger. Diese Kontroverse ist auch für uns im Hinblick auf die zukünftige Ausrichtung der Frauenpolitik in der erweiterten EU von direktem Interesse.

 

     

  • Wo liegen die Schwierigkeiten in den deutsch-polnischen Beziehungen?

  • Worauf kommt es in der Zusammenarbeit an?

  • Was war die Realität von Frauen in Polen vor der Wende, wie leben sie heute?

  • Was sind die Gewinne und Kosten des Transformationsprozesses?

  • Wo steht die polnische Frauenpolitik, wo die Frauenbewegung und Frauenforschung?

  • Was befürchten, was erhoffen Frauen in Polen vom EU-Beitritt, was Frauen in Deutschland und Europa von der EU-Erweiterung?

  • Wo liegen Spannungen und wo Chancen in einer zukünftigen Zusammenarbeit?

 

Diese Fragen stehen im Mittelpunkt der Veranstaltung mit Bozena Choluj und Elisabeth Weber.

 

Bozena Choluj ist nicht nur eine prominente Literatur- und Kulturwissenschaftlerin und eine der einflussreichsten Gender-Forscherinnen Polens, sie ist gleichzeitig Mitbegründerin ver-schiedener polnischer Frauenorganisationen (OSKa, KARAT-Koalition....) und durch ihre Erfahrungen als Gastdozentin an deutschen Universitäten eine gute Kennerin deutscher Verhältnisse.

 

Elisabeth Weber ist Mitglied im Beirat des Lew Kopelew Forums; sie war Osteuropa-Referentin der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen und ist Mitglied des Fachbeirats Europa/Transatlantik der Heinrich Böll Stiftung.

 

Die Veranstaltung richtet sich an alle interessierten Frauen und Männer. Sie steht in Zusammenhang mit einer frauenpolitischen Reise für Frauen nach Warschau und Krakau vom 18. bis 25. Mai, bei der Begegnungen mit Vertreterinnen aus der polnischen Frauenbewegung und organisationen, Politikerinnen und Wissenschaftlerinnen einen Einblick in die polnischen Lebensverhältnisse, aktuelle Themen und gesellschaftliche Kontroversen geben.

 

Die Veranstaltung findet statt mit finanzieller Unterstützung der EU-Kommission.

 

Tagungsbericht

 

 

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