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VeranstaltungenArchiv2008-1999
Heinrich Boell

Aufarbeitung der Diktatur - Diktat der Aufarbeitung?

Normierungsprozesse beim Umgang mit diktatorischer Vergangenheit

 

Der deutsche Umgang mit NS- und SED-Diktatur wird häufig als Vorbild für die Aufarbeitung diktatorischer Vergangenheit angeführt. Er scheint als eine Art Norm zu fungieren, an der andere europäische Staaten sich orientieren und ihre jeweiligen Aufarbeitungsprozesse messen. Sowohl auf nationaler als auch auf transnationaler und europäischer Ebene sind zunehmend Bemühungen feststellbar, Standards und verbindliche Richtlinien für Vergangenheitsaufarbeitung zu etablieren.

 

Im Rahmen der internationalen und interdisziplinären Tagung werden diese Entwicklungen, sowie die damit verbundenen Chancen und Risiken erstmals Gegenstand der wissenschaftlichen Analyse. Leitfrage ist dabei, inwiefern die zu beobachtenden Zentralisierungsbestrebungen und Normierungsprozesse zu einer Verordnung von bestimmten Standards der Diktaturüberwindung führen (könnten). Zugespitzt formuliert: Kann Aufarbeitung von Diktatur von einem „Diktat“ der Aufarbeitung begleitet werden?

 

Den Eröffnungsvortrag hält Günter Nooke zum Thema "Staatsziel Aufarbeitung oder Menschenrecht auf Wahrheit? Anmerkungen zu heiklen Debatten und Kriterien". Auch Interessierte, die nicht an der Tagung teilnehmen, sind dazu herzlich eingeladen.

 

Die Tagung findet statt in Kooperation mit dem Graduiertenkolleg zur Zeitgeschichte „Diktaturüberwindung und Zivilgesellschaft in Europa“ des Historischen Seminars/ZEGK der Universität Heidelberg, der Heinrich Böll Stiftung und der Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Gefördert wird sie weiterhin durch die Stiftung Universität Heidelberg und das Internationale Wissenschaftsforum der Universität Heidelberg.

 

Do, 20.–So, 23. September

Internationales Wissenschaftsforum Heidelberg, Hauptstr. 242.

 

Eröffnungsvortrag

Do, 20. September, 18 Uhr, Alte Aula der Universität Heidelberg, Grabengasse 1
Auch Interessierte, die nicht an der Tagung teilnehmen, sind dazu herzlich eingeladen.

Die Teilnahme ist kostenlos. 

 

Programm