www.boell-bw.de
VeranstaltungenArchiv2008-1999
Heinrich Boell

Szenische Lesung

Das Ende eines Mörders

Das Attentat auf Reinhard Heydrich, Chefplaner der Shoah

 

Vor über 60 Jahren, am 27. Mai 1942, wurde Reinhard Heydrich in Prag von zwei tschechischen Partisanen erschossen. Er war als rechte Hand Himmlers ab 1936 Chef der Gestapo und des Sicherheitsdienstes der SS, den er selbst aufbaute. Seit 1941 war Heydrich Stadthalter Hitlers in Prag. Vor allem aber war er - etwa als Leiter der Wannsee-Konferenz - der Chefplaner der systematischen Vernichtung der Juden. Heydrich war kein ideologischer Fanatiker, er war ein "Manager und Techniker" von Terror und Mord.

Um das Attentat zu rächen gab Hitler den Befehl, das tschechische Bergarbeiterdorf Lidice westlich von Prag und seine Bewohner zu vernichten. Der Ort wurde am Abend des 9. Juni 1942 in einer gemeinsamen Aktion von Wehrmacht, Polizei und Sicherheitsdienst der SS umstellt und zerstört. Alle 198 Männer wurden erschossen. Von den ins KZ Ravensbrück (184) und in Gefängnisse (11) transportierten Frauen kehrten nach der Befreiung 143 zurück. Von den mindestens 98 verschleppten Kindern kehrten 16 zurück, 81 von ihnen wurden in Gaswagen ermordet.

 

Hellmut G. Haasis, geboren 1942, ist freier Schriftsteller und greift die Thematik von Freiheitsbewegungen literarisch auf. Sein Buch "Tod in Prag - das Attentat auf Reinhard Heydrich" ist 2002 im Rowohlt-Verlag erschienen.

 

Die Veranstaltung fand statt in Kooperation mit dem Dokumentationszentrum Oberer Kuhberg.

 

 

zurück