Mehrheiten gewinnen für Innenentwicklung
Kommunale Flächennutzung als demografische und demokratische Herausforderung
In vielen Kommunen wird in nächster Zeit über Flächennutzungspläne entschieden.
Obwohl Innenentwicklung schon lange als wesentliche städtebauliche Zielsetzung definiert ist, steigt der Landschaftsverbrauch im Außenbereich weiter.
Es ist an der Zeit, in Sachen Siedlungspolitik umzudenken und umzulenken, sonst drohen aufgrund des demografischen Wandels und ökonomischer Faktoren hohe Folgekosten und Funktionseinbußen der Infrastruktur.
2008 war das erste Jahr, in dem Baden-Württemberg einen leichten Bevölkerungsrückgang zu verzeichnen hatte. Aufgrund der anhaltend niedrigen Geburtenrate ist dies jedoch nur der Anfang. Das Ende des Wachstums spüren auch die Kommunen und versuchen beinahe um jeden Preis, die letzten „jungen Familien“ mit billigem Bauland auf der „Grünen Wiese“ anzulocken. Wird nicht gegengesteuert, könnten Stadtkerne, Ortsteile und Dörfer überaltern oder sogar veröden.
In den seltensten Fällen wird aber eine ehrliche und realistische Abschätzung über die Chancen und Risiken dieser Siedlungsexpansion und die zu erwartende Bevölkerungsentwicklung durchgeführt.
In einer ersten Runde setzen wir uns mit folgenden Fragen auseinander:
- Wie realistisch ist die Erwartung, dass Städte und Gemeinden ihre Infrastruktur mit Neubaugebieten besser auslasten und ihre Einnahmen verbessern können?
- Welche langfristigen Folgekosten resultieren aus der zusätzlichen Ausweisung von Siedlungsflächen?
- Was bedeutet das steigende Durchschnittsalter für den Siedlungsbestand und für das soziale Miteinander?
- Unter welchen Bedingungen haben Dörfer im ländlichen Raum eine Überlebenschance?
- Was kommt auf Gemeinderäte und Verwaltung aufgrund der demografisch bedingten Leerstände in Zukunft zu?
- Wie sind die Politikansätze der Landesregierung zu bewerten?
In der zweiten Runde fragen wir:
Wie kann in den Kommunen, in denen ein Umdenken stattfindet, der Widerstand gegen Innenentwicklung überwunden werden? Oft geht es um die demokratische Herausforderung, zwischen Einzelinteressen und Gemeinwohl abzuwägen.
- Wie gehen wir mit dem zum Teil berechtigten Widerstand gegen Nachverdichtung um?
- Wie können wir die Debatten um Innenentwicklung im Rat gewinnen?
- Wie gewinnen wir Anwohner/innen, wo finden sich Partner/innen in der Kommune und in der Verwaltung?
Programm
17.30 Begrüßung
17.40 Die demografischen Herausforderungen
Stadt gegen Land? Wachsende Flächenkonkurrenzen
Susanne Dahm, pakora.net
Neubauland kostet – die Kommunen zahlen drauf
Stefan Flaig, Ökonsult
Debatte
18.40 Imbiss
19.10 „Kurze Wege“
Heiner Grub, Landesnaturschutzverband Baden-Württemberg stellt das Medienpaket vor
19.15 Die demokratischen Herausforderungen
Kommunen, Regionen, Land – Akteure von Siedlungspolitik
Heiner Grub, Landesnaturschutzverband
Partner gewinnen – Konfliktpotenziale anerkennen
Boris Palmer, OB Tübingen
Debatte
Moderation: Sabine Schlager
Ende gegen 20.30
Fr, 11. Juni, 17.30 - 20.30 Uhr
TurmForum im Hauptbahnhof, Stuttgart
Gebühr
€ 10,- /erm. 5,- (inkl. Imbiss)
Unter folgenden Links gibt es weitere Infos zu diesem Thema:
- Studie Ökonsult zu Folgekosten
- Plattform des Landes zum Flächenmanagement
- Förderprogramm des UVM
- Demografie-Spiegel des StaLa für Gemeinden
- StaLa-Blick in die Zukunft
- Innenentwicklungsplattform des Wirtschaftsministeriums
- Projekt von pakora.net
Flächenmanagement auf regionaler Ebene - Projekt von pakora.net
Umgang mit
Bevölkerungsrückgang und
Leerständen im ländlichen Raum - Institut für Raumordnung und Entwicklungsplanung
Prof. Dr.-Ing. Stefan Siedentop - Landesregierung BW - Flächenmanagement
- Kommunalpolitische Infothek
Stichwort Innenentwicklung
Zu diesem Thema können folgende Bausteine aus der Reihe á la carte bestellt werden:
- Stadtumbau und -rückbau, Siedlungspolitik:
Wie packen wir eine erfolgreiche Innenentwicklung an? - Was tun zur dauerhaften Verkehrsentlastung?
- Brauchen wir weitere Gewerbegebiete?
- Bürgerbeteiligung/Kommunikation für nachhaltige Siedlungsentwicklung
- Nah und Gut – wohnortnahe Grundversorgung
- Neue Wohnformen:
Wie machen wir unsere Kommune für den demografischen Wandel fit? - Neue Formen des Bürgerschaftlichen Engagements:
gegenseitige Hilfen im Alter – neue Nachbarschaftshilfen - Kinder- und Familienfreundlichkeit
- Integration als Antwort auf demografische Herausforderungen


