Ladies Lunch on tour
Neue Mütter: Rolle rückwärts?
Mütterlichkeit, Mutterwahn und Karrierestress
Die Provokation sitzt: Elisabeth Badinters Streitschrift „Der Konflikt. Die Frau und die Mutter“ besetzte Platz eins der Bestsellerliste in Frankreich und auch in Deutschland entfachte sie hitzige Debatten. Das traditionelle deutsche Mutterbild habe sie beim Schreiben vor Augen gehabt, so die Philosophin und Grande Dame des französischen Feminismus: „Heute scheinen immer mehr junge Französinnen das von ihren Müttern gelebte Modell der Rabenmutter abzulehnen. Sie sind entmutigt von einer immer härter werdenden Arbeitswelt und lassen sich vom naturalistischen Diskurs der Ökologie und einem maternalistischen Feminismus verführen.“ Eine neue Mystifizierung der Mutterliebe gehe einher mit hohen Anforderungen an die perfekte Mutter nach langem Stillen, selbstgekochtem Bio-Brei und Ökosteuer auf Wegwerfwindeln.
Sind die Grünen Teil einer Allianz, die angebliche Bedürfnisse des Kindes über das Recht der Frau auf berufliche Selbstverwirklichung stellen? Kann die Sozialdemokratin und erklärte Quotengegnerin den Grünen frauenpolitische Erfolge nicht zugestehen?
Verliert Frankreich seine Vorbildfunktion für die Vereinbarung von Familie und Beruf? Französinnen haben zwar die meisten Kinder aber auch den höchsten Konsum von Antidepressiva. Sind sie nur dann beruflich erfolgreich, wenn sie funktionieren wie Männer? Wie steht es um die partnerschaftliche Aufgabenteilung in der Familie?
Wie steht es in Deutschland um die gesellschaftliche Modernisierung? Steht der Staat zum Ausbau der Kinderbetreuung? Ist die Herdprämie nur Rückzugsgefecht? Kommen die neuen Väter?
Was ist mit den jungen Frauen, die sich mangels befriedigender Berufsperspektiven in die Mutterschaft flüchten, durch die sie sich gesellschaftliche Anerkennung erhoffen?
Was sagt das böse Erwachen der Macchiato-Mütter?
Nach allen gesellschaftlichen Fortschritten kommt mit Kindern die Nagelprobe: Gelingt eine gleichberechtigte Vereinbarung zwischen Beruf und Kindern oder geben junge Frauen die Errungenschaften der Gleichberechtigung freiwillig auf?
Welchen Weg geht die neue Muttergeneration zwischen beruflicher Selbstverwirklichung und Verleugnung, zwischen Mutterglück und Selbstaufopferung?
Programm
Heike Schiller
Vorsitzende Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg
Es diskutieren
Sonja Eismann
Jg. 1973, freie Journalistin und Kulturwissenschaftlerin, Mitherausgeberin des Missy Magazine; aktuell schrieb sie in Jungle World „Mein Busen gehört mir - Das deutsche Ideal der Über-Mutter.“
Stephanie Saleth
Jg. 1969, FamilienForschung Baden-Württemberg; promovierte nach der Geburt des zweiten Kindes und forscht u.a. zu Müttererwerbstätigkeit und Betreuung von Kleinkindern im deutsch-französischen Vergleich.
Sonja Eismann und Stephanie Saleth
Muhterem Aras
Jg. 1966, Steuerberaterin, zwei Kinder; Fraktionsvorsitzende der Grünen im Stuttgarter Gemeinderat und Landtagskandidatin; kam mit zwölf Jahren aus einer anatolischen Großfamilie nach Filderstadt, schaffte es von der Hauptschule an die Uni.
Annette Gorlich und Muhterem Aras
Moderation
Annette Goerlich
Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg
Ladies Lunch bietet auch informelle Vernetzungsmöglichkeiten:
Die Veranstaltung findet statt im Rahmen des länderübergreifenden Projektes “Ladies Lunch on Tour” mehrerer Landesstiftungen der Heinrich Böll Stiftung und dem Gunda-Werner-Institut der Bundesstiftung.
Do, 11. November, 17.30 – 20.30 Uhr
Neue Mütter: Rolle Rückwärts?
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female factor Video
Katrin Bennhold:
Where Having It All Doesn't Mean Having Equality
Dr. Stephanie Saleth, Michael Grätz:
Müttererwerbstätigkeit und Betreuung von Kindern unter 3 Jahren –
ein deutsch-französischer Vergleich
Statistisches Monatsheft Baden-Württemberg 8/2009
Heidi Boner-Schilling, Dr. Stephanie Saleth:
Berufswahl und Lebensplanung von Mädchen:
Gleichzeitig Gas geben und bremsen?
Statistisches Monatsheft Baden-Württemberg 6/2008
Sonja Eismann:
Das deutsche Ideal der Über-Mutter:
Mein Busen gehört mir
Jungle Wolrd 37/2010
Elisabeth Badinter
"Der Konflikt: Die Frau und die Mutter"
Leseprobe
