Wasser in Israel und Palästina

Zwischen Konflikt und Kooperation
Tagesseminar

Wasser ist einer der Hauptstreitpunkte des Nahost-Konflikts. Wie kann eine ausreichende Versorgung aller Menschen in der Region gewährleistet werden? Wo liegen die Wasserressourcen, wer nutzt sie in welchem Umfang? Was beinhalten politische Lösungsvorschläge? In welchem Verhältnis stehen Wasserverteilung, Umweltschutz und Frieden im Nahen Osten?

Neben dem Streit ums Wasser gibt es aber auch Kooperation. Die Herausforderungen um das Jordantal bringen jordanische, palästinensische und israelische NGOs, kommunale Akteure und Anliegerstaaten selbst zu einem gemeinsamen, grenzüberschreitenden Handeln. Wir stellen konkrete Projekte vor, auch solche, die mit deutscher Unterstützung und Begleitung des KIT stattfinden.

Mit

Clemens Messerschmid, Hydrogeologe, arbeitet seit zwei Jahrzehnten an einer Vielzahl von Wasserprojekten in der Westbank und im Gaza-Streifen mit, u.a. für die deutsche GIZ und die Palästinensische Wasserbehörde;

Christian Sterzing, Rechtsanwalt und Pädagoge, zwischen 1994 und 2002 Bundestagsabgeordneter von Bündnis 90/Die Grünen; von 2004 bis 2009 leitete er das Büro der Heinrich-Böll-Stiftung in Ramallah;

Claude Weinber, politischer Berater, von 1997 bis 2001 leitete er das Büro der Heinrich-Böll-Stiftung für Israel in Tel Aviv, von 2001 bis 2012 war er Leiter des EU-Büros der Böll Stiftung in Brüssel;

Prof. Nico Goldscheider, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Angewandte Geowissenschaften am KIT stellt das SMART-Projekt zum grenzüberschreitenden Wasserressourcen-Management in der Jordan-Region vor;

Prof. Christoph Kottmeier, Leiter des Instituts für Meteorologie und Klimaforschung  -Forschungsbereich Troposphäre am KIT präsentiert DESERVE: Geoscientific Research of Bordering Countries and Germany in the Dead Sea Research Project.

Das Seminar richtet sich an Nahost-Interessierte und Studierende, die einen sachlichen Zugang, fundierte Information und Austausch über einen der Hauptstreitpunkte des Nahost-Konflikts suchen.

Eine gemeinsame Veranstaltung des Forums Deutschland-Israel-Palästina, der Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg und des KIT-Zentrums Klima und Umwelt am Karlsruher Institut für Technologie (KIT).

Programm

Beginn: 09.30 Uhr

Begrüßung
Dr. Kirsten Hennrich, Leiterin der Geschäftsstelle KIT-Zentrum Klima und Umwelt

Einführung
Franz-Hellmut Schürholz und Tobias Pietsch, Forum Deutschland-Israel-Palästina
Annette Goerlich, Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg

I. Wasser physisch
Geografisch-geologische Bedingungen in der Region

II. Wasser politisch und rechtlich
Kurze Geschichte der hydro-politischen Beziehungen, völkerrechtliche Grundlagen, Regelungen der Wasserversorgung unter der Besatzung
Wasserknappheit in einer Konfliktregion: Zugang zu Wasser, Ver(sch)wendung, Verschmutzung: Verteilung und Verteilungsgerechtigkeit

III. Was müsste getan werden? Was wird getan?
Ansätze zur Entschärfung des Problems „Wasserknappheit“ in Israel und Palästina, deutsche Entwicklungszusammenarbeit im Wasserbereich, das Wasserproblem in den Endstatus-Verhandlungen

Mittagessen

IV. Beispielhafte Kooperationen staatlicher und zivilgesellschaftlicher Akteure
u.a. die Projekte SMART und DESERVE des KIT

V. Zum Zusammenhang von Wasserverteilung, Umweltschutz und Frieden im Nahen Osten
Debatte

Ende gegen 16.30 Uhr

Sa, 15. November, 9.30 - 16.30 Uhr
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

Campus Süd, Gebäude 50.41, Adenauerring 20a, 76131 Karlsruhe

Teilnahmebeitrag

20 €, erm. 10 €
Eine Anmeldung ist erforderlich.
Sie erhalten eine Anmeldebestätigung mit weiteren Hinweisen zur Überweisung des Teilnahmebeitrags.