Den demografischen Wandel in den Kommunen gestalten

Folgende Bausteine geben einen Überblick über regional und kommunal differenzierte Prognosen der Bevölkerungsentwicklung, über die Handlungsnotwendigkeiten als auch Spielräume und Chancen für die kommunale Arbeit vor Ort.


Stadtumbau und- Rückbau, Siedlungspolitik

In den Kommunen muss umgedacht werden. Die Leitbilder und Perspektiven vom stetigen (Bevölkerungs-) Wachstum müssen aufgegeben und an die neuen demografischen Begebenheiten angepasst werden. Positive neue Leitbilder werfen Fragen der Altenpflege und des betreuten Wohnens ebenso auf wie nach dezentralen Infrastruktur - und alternativen Siedlungskonzepten.

Das Aufgabenfeld ist sehr vielfältig: Die Kommunen müssen attraktive Standorte bleiben, um Bevölkerung und Wirtschaftskraft langfristig zu binden. Gleichzeitig müssen sie sich auf Stadt-und Quartierumbau und Anpassung der Infrastruktur einlassen. Das Seminar gibt anhand wesentlicher Themenfelder einen ersten Einblick in die neue Querschnittsaufgabe „Demografie- was heisst das konkret für xyz, wie gehen wir es an?“

- Trotz allem: Kurs „attraktive Kommune“ halten

- Stadtumbau, was ist das?

- Rückbau, neue Chancen für Umwelt und Gesundheit

- Stadtumbau - Nachhaltige Finanzierung, harte Priorisierung


Interkommunale und regionale Zusammenarbeit

Der demografische Wandel hat einschneidende Konsequenzen für Kommunen und Regionen: Viele werden schrumpfen, manche stagnieren, und es gibt auch Wachstumsregionen. Neue Aufgaben heißen: Interkommunale Steuerung der Flächennutzung, Eingehen auf veränderte Wohnungsmärkte, Wandel bei Mobilität und Infrastruktur, neue Aufgaben bei der technischen Ver- und Entsorgung. Das Modell „die Kommune macht von A bis Z alles“ ist passé. Standortkonkurrenzen zwischen den Kommunen müssen zurückgedrängt werden. Gefragt – auch bei unserem Seminar - sind interkommunaler Austausch und Zusammenarbeit, sind regionale Konzepte, u.a. in den Bereichen

- Regionales Flächenmanagement statt ruinöser Wettbewerb

- Umbauprogramme für den Wohnungsmarkt

- Neue Mobilität – oder fahren Ältere automatisch mit dem ÖPNV?

- Versorgungswirtschaftliche Aspekte beim Stadt- und Gemeindeumbau


Kinder- und Familienfreundlichkeit

Junge Familien mit Kindern zu halten und zu gewinnen wird für alle Kommunen eine der wichtigen Aufgaben. Hier gibt es eine natürliche Konkurrenz zwischen den Großstädten / Ballungszentren und ihrem Umland. Die Suburbanisierungswelle ist noch nicht überwunden, der „Zug aufs Land“ hält an, wenn auch Gegenbewegungen „zurück in die Stadt“ erkennbar sind. Die beste interkommunale Zusammenarbeit wird diese Konkurrenz der Kommunen übrigens nicht beenden können. Im Kern geht es daher für alle um anhaltende Anstrengungen zur Schaffung attraktiver Wohnungsangebote und um die sog. „weichen“ Standortfaktoren, die Betreuungsangebote, die Familie und Beruf weiter vereinbar machen müssen. Wo Städte zugleich Arbeitgeber sind, werden flankierende Serviceleistungen bei der Betreuung wichtig. Freiräume und Platz für Kinder werden das Gesicht der Kommune von morgen wieder stark prägen, wenn sie im Wettbewerb standhalten will. Auf dem Seminar gibt es Handreichungen für kinder- und familienfreundliches Handeln, u.a.

- „Kinderfreundlichste Großstadt“ – Ist das Stuttgarter Modell beispielhaft?

- Was an Betreuung heute und morgen gebraucht wird

- Über Haushaltsnahe Dienstleistungen und weitere „weiche“ Faktoren

- Freiräume und Ökologie – neue alte Chancen für die Kinder


Wohnen in Gemeinschaft – Neue Wohnformen

Immer mehr Menschen streben gemeinschaftliches und generationenübergreifendes Wohnen an. Noch handelt es sich oft um Initiativen von Privatpersonen die „gemeinschaftliche Wohnprojekte“ initiieren. Kommunen haben dabei nicht nur die Aufgabe über neue Konzepte zu informieren. Bei allen künftigen Planungsprozessen sollte Gemeinschaftswohnen mitgedacht werden. Es gibt vielfältige Möglichkeiten: Bereitstellung geeigneter Grundstücke oder Gebäude, Zuschüsse für einkommensschwächere Menschen, sei es im Eigentum- oder Mietwohnungsbau und die Verknüpfung baulicher und sozialer Maßnahmen. Es gibt in vielen Kommunen bereits Vorläufer, von denen viel gelernt werden kann: „Best practise“ eben. Anhand von praktischen Beispielen werden u.a. vorgestellt und besprochen:

- Betreutes Wohnen - letzte Alternative zum Pflegeheim / Modelle

- Praktische Notwendigkeiten für den „Altenalltag“; von Beratung bis Notdienst

- Begegnung der Generationen und gemeinschaftliches Wohnen

- Die Kommune hilft beim Haus- und Wohnungstausch


Nah und Gut – Neue Lösungen der Nahversorgung

Eine wohnortnahe Grundversorgung als Aufgabe der kommunalen Daseinsvorsorge? Das Ladensterben hat gravierende Auswirkungen auf die Funktionsfähigkeit von Gemeinden oder Stadtteilen. Die Nahversorger haben eine entscheidende quartiersbildende Funktion, sie sorgen sie für die Lebendigkeit des Stadtteils. Hier ist die Bauleitplanung ebenso gefordert wie die Regionalplanung, denn es gilt, günstig gelegene Wohngebiete zu fördern sowie den großflächigen Einzelhandel zu steuern und zu begrenzen. Private Initiativen z.B. Genossenschaftsläden können ebenso Lösungen darstellen wie Nachbarschaftsläden oder das „shop-in-shop“- Prinzip, Wochenmärkte, Verkaufswägen oder Kioske. Neue Lösungen für die Versorgung mit Infrastruktur und mehr Flexibilität sind bessere, weil nachhaltige Antworten. Anhand von Praxisbeispielen wird u.a. besprochen:

- Sicherung des Alltagsbedarfs

- Aufbau mobiler, bedarfsgerechter Dienstleistungen

- Förderung der Selbstorganisation


Integration als Antwort auf demografische Herausforderungen

Menschen mit Migrationshintergrund haben einen zunehmend größeren Anteil an der Bevölkerung, in den Städten mehr als in den ländlichen Räumen. Alle Statistiken zeigen, dass sie stärker von Benachteiligungen (Bildungsabschlüsse, Arbeitslosigkeit u.a.) betroffen sind, die sich auf ihre Zukunftschancen auswirken. Zuwanderung wird zunehmen und fester Teil einer Strategie gegen die Überalterung unserer Gesellschaft werden. Eine verbesserte Integration muss vor allem in den Städten fester Bestandteil der Zukunftsplanung werden. Kommunen müssen lernen, Zuwanderung als Chance auch in der Auseinandersetzung gegen Überalterung und Schrumpfung zu ergreifen.

Das Thema Integration soll anhand praktischer Aufgabenfelder umrissen werden, z.B.:

- Keine Alternative zur umfassenden Sprachförderung

- Beschäftigungs- und Ausbildungsförderung für Migrantenkinder / Übergang Schule-Beruf

- Konfliktschlichtung und – Vermeidung schon im Kindergarten

- Andere Kulturen, andere Wohnwünsche.


Neue Formen bürgerschaftlichen Engagements

Wegen der weit reichenden Folgen des demografischen Wandels kommt dem bürgerschaftlichen Engagement eine immer größere Bedeutung zu. Der wachsende Anteil älterer Menschen erfordert mehr Unterstützung, Betreuung und Pflege. Schon aus finanziellen Gründen können diese nicht alle professionell erbracht werden. Verstärkt wird die Notwendigkeit durch völlig veränderte Lebensstrukturen (im Alter): Weg von den traditionellen familiären Stützstrukturen hin zur zunehmenden Singularisierung. Gleichzeitig stellen die vielen „jungen und aktiven Alten“ ein großes Potenzial für bürgerschaftliches Engagement dar. Das gilt es Zielgruppengerecht zu mobilisieren.

Neue, konkrete Handlungsmöglichkeiten vor Ort werden anhand von Beispielen vorgestellt und besprochen. Der Frage „was ist zu tun?“ wird aufgrund der jeweiligen örtlichen Bedingungen nachgespürt, z.B.:

- Schaffung einer örtlichen Infrastruktur für mehr Engagement

- Querschnittsaufgabe für das Rathaus:„Bürger motivieren“

- Bedeutung der Lebensräume Stadtteil / Gemeinde für konkretes Engagement

- Zielgruppengerechte Ansprache, passende Mitmachformen

- Einbeziehung älterer Menschen (ein neues „Geben und Nehmen“, der soziale Tauschring)

- Schaffung einer Kultur der Anerkennung des „Ehrenamts“


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Für ein ganztägiges Seminar (10 - 17 Uhr) können Sie bis zu drei Themen auswählen.

Die Teilnahmegebühr beträgt pro Person (inkl. Mittags- und Kaffeepause) 50 €, erm. 25 €.

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Voraussetzung für die Durchführung des Seminars sind mindestens 8 Teilnehmende bis 3 Wochen vor dem Termin. Ein Seminar kann von höchstens 20 Personen besucht werden.