Sozialatlas
Atlas

Sozialatlas 2022

Daten und Fakten über das, was unsere Gesellschaft zusammenhält
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Die soziale Frage ist eine der wichtigsten Fragen unserer Zeit. Sie zu beantworten geht weit über das Thema „Umverteilung“ hinaus: Es geht um gerechte Teilhabe und gleiche Chancen, um Sicherheit und um Anerkennung von Lebensleistungen. Durch die sich rasant verändernde Arbeitswelt, den demografischen Wandel und die Migration kommen neue Herausforderungen hinzu. Doch der deutsche Sozialstaat ist leistungsfähig und trägt zu einer weitgehend abgesicherten Gesellschaft bei. Trotzdem bleibt viel zu tun. Es gibt strukturell bedingte Lebensrisiken und ungleiche Lebenschancen, die gerade Kinder und Jugendliche in ihren Entwicklungsperspektiven beschränken.

Der Sozialatlas 2022 der Heinrich-Böll-Stiftung bringt Übersicht in die Komplexität des Sozialsystems, zeigt seine Grundlagen und Perspektiven. So wird sichtbar, dass der soziale Zusammenhalt auf einer Kooperation von Gesellschaft, Staat und Wirtschaft beruht – und seine Zukunft nur gemeinsam gestaltet werden kann.

Produktdetails
Veröffentlichungsdatum
März 2022
Herausgegeben von
Heinrich-Böll-Stiftung
Seitenzahl
52
Lizenz
Sprache der Publikation
Deutsch
ISBN / DOI
978-3-86928-240-4
Inhaltsverzeichnis
  • Zwölf kurze Lektionen: Wie das Soziale gestärkt wird
     
  • Sozialer Zusammenhalt: Was die Gesellschaft verbindet
    Der Mensch als soziales Wesen bildet Gemeinschaften und schafft Regeln für das Zusammenleben, Gemeinsinn und Wohlstand stärken das gegenseitige Vertrauen.
     
  • Die Soziale Frage: Der Weg zum Wohlfahrtsstaat
    Gesellschaftliche Veränderungen sind zugleich Treiber und Ergebnis staatlich organisierter Sozialpolitik. Eine Entwicklungsgeschichte.
     
  • Sozialsystem: Komplex, aber gestaltbar
    Eine Vielzahl rechtlicher Grundlagen regelt die Ansprüche auf Leistungen zur Existenzsicherung und Daseinsfürsorge. Politik gestaltet sie über Gesetze, manchmal stoßen Gerichtsurteile Änderungen an.
     
  • Staat und Markt: Aufeinander angewiesen
    Der Staat kann ein grundlegendes Sicherungsniveau schaffen, wenn Wettbewerb und Wertschöpfung ermöglicht werden. Rechtlich, finanziell sowie organisatorisch funktioniert das Zusammenspiel auf vielen Ebenen und über drei Prinzipien: Äquivalenz, Solidarität und Subsidiarität.
     
  • Sozialbudget: Wohlstand schafft Sicherheit
    Die Mittel für den Ausgleich der Lebensverhältnisse finanzieren sich im Wesentlichen durch Sozialversicherungsbeiträge und Steuern. Sie beruhen auf einer hohen Wertschöpfung, die erarbeitet und verteilt werden muss.
     
  • Wohlfahrtsmix: Die starken Partner des Staates
    Verbände, Gewerkschaften sowie gemeinnützige Stiftungen und Vereine setzen mit ihren Angeboten Sozialpolitik in die Tat um. Das kooperative Zusammenleben der Gesellschaft wäre ohne diesen „Dritten Sektor“ undenkbar.
     
  • Verantwortung: Neue Vielfalt der Familienmodelle 
    Menschen übernehmen in unterschiedlichen Konstellationen dauerhaft Verantwortung füreinander, das geltende Recht trägt dem bisher nur teilweise Rechnung. Vor allem viele Alleinerziehende brauchen eine bessere Unterstützung.
     
  • Zivilgesellschaft: Engagement, das Zusammenhält
    In Ehrenämtern und über unbezahlte Freiwilligenarbeit geben Bürgerinnen und Bürger Geld, Zeit, Güter und Ideen für das Gemeinwohl. Sie leisten damit einen Beitrag zum Zusammenhalt, den der Staat allein nicht erbringen kann, und stärken so die Demokratie.
     
  • Lebensräume: Lösungen für Stadt und Land 
    Gegensätze in der Bevölkerungsentwicklung fordern die Kommunen heraus: Sind diese attraktiv, liegen die Mieten und Immobilienpreise häufig zu hoch. Andere Regionen wiederum leiden unter Abwanderung und damit schrumpfenden Finanzen.
     
  • Kindheit und Jugend: Chancen für morgen
    Elternhaus und Einkommen sind nach wie vor ausschlaggebend dafür, welchen Bildungsweg Kinder einschlagen. Wichtig sind kluge Investitionen in die Qualität von Schulen und die soziale Infrastruktur.
     
  • Arbeit: Beschäftigung im Wandel
    Immer mehr Menschen sind erwerbstätig. Die Sozial- und Arbeitsmarktpolitik ermöglicht Übergänge zwischen Erwerbsformen, fördert Qualifikationen und gibt Starthilfen zur Selbstständigkeit.
     
  • Inklusion: Mehr Miteinander
    Gesellschaft soll für Menschen mit Behinderung so gestaltet sein, dass diese gleichberechtigt teilhaben können. Dafür müssen Barrieren abgebaut und Benachteiligungen aufgehoben werden.
     
  • Gesundheit: Der Preis des Fortschritts
    Die medizinische Versorgung wird in Deutschland auf hohem Niveau gewährleistet, die Prävention gewinnt an Bedeutung. Doch die gesetzliche Krankenversicherung braucht ein breiteres finanzielles Fundament, damit das so bleibt. Eine Bürgerversicherung, in die alle einzahlen, kann eine Lösung sein.
     
  • Einkommen: Existenzen sichern
    Die große Mehrheit der Menschen verdient ihr Geld mit Erwerbsarbeit. Wer aber erwerbslos ist oder aus anderen Gründen nicht genügend Einkünfte erzielen kann, ist auf staatliche Unterstützungsleistungen angewiesen.
     
  • Alter: Aktiv in der dritten Lebensphase
    Die Jahre im Ruhestand werden mehr, viele Menschen verbringen sie aktiv und erfüllt. Voraussetzung dafür sind ein guter Gesundheitszustand und eine auskömmliche Altersversorgung. Die gesetzliche Rentenversicherung reicht dafür nicht immer aus.
     
  • Pflege: Angehörige und Fachkräfte stärken 
    80 Prozent der pflegebedürftigen Menschen werden zu Hause versorgt. Aber die Zahl der Heimplätze und ambulanten Versorger nimmt zu – und damit der Bedarf an Personal. Ermöglichen muss die Gesellschaft beide Modelle.
     
  • Wohlstandssicherung: Neue Strukturen, neue Werte
    Die Pandemie hat die Digitalisierung beschleunigt. Jetzt steht die grundlegende Veränderung in der Energie- und Klimapolitik an. Deutschland und die EU fördern den Wandel mit umfangreichen Programmen. Die tragende Säule aber müssen privatwirtschaftliche Investitionen sein. So wird die Transformation zur Quelle für eine umweltgerechte Wertschöpfung.
     
  • Gesellschaft im Wandel: Beständige Veränderung
    Wirtschaftliche Umbrüche, politische Entscheidungen und unvorhersehbare Ereignisse halten die Gesellschaft in Bewegung und bringen Fortschritt. Das ist so nötig wie konfliktreich. Denn mit dem Neuen wachsen die Ansprüche und Ängste.
     
  • Soziale Innovationen: Wenn Ideen Politik werden
    Visionen können die Welt verändern. Wege zu mehr Chancengerechtigkeit finden, Wachstum neu definieren sowie einen Wohlstand ohne Umweltzerstörung ermöglichen – diese Themen prägen die Debatten unserer Zeit.