Tagesseminar

Mehr Öko trotz knapper Kassen

 

Samstag, 22. November 2003, 10.00 - 17.00 Uhr

Kulturhaus Mikado Karlsruhe

 

Die desolate Haushaltslage der meisten Kommunen ist zum Totschlagargument für umwelt-politische Initiativen geworden. Auch in den eigenen Köpfen schnappt die Schere oft schon zu, bevor sich eine Idee entwickeln kann. Und immer nur die intelligenteren Einsparvorschläge zu machen ist auf die Dauer unbefriedigend. Wo ist das grüne Profil geblieben?

 

Das Seminar will - gerade angesichts von Haushaltsverhandlungen und dem bevorstehenden Kommunalwahlkampf - Anregungen geben, wie trotz knapper Kassen ökologische Projekte in Kommunen initiiert und umgesetzt werden können ohne den öffentlichen Haushalt maßgeblich zu belasten - und mehr noch: wie die Kommune damit sogar noch Geld einsparen kann. Haushaltsebbe muss also nicht das Aus für sinnvolle Zukunftsinvestitionen bedeuten: In den letzten Jahren sind z.B. im Bereich private-public-partnership erfolgreiche Ansätze entwickelt worden, wie mit grünen Ideen schwarze Zahlen geschrieben werden, wie sich Klimaschutzinvestitionen mit Einsparungen und privater Rendite vereinbaren lassen.

 

Bei dem Seminar sollen beispielsweise Energie-Contracting und Gemeinschaftsanlagen an Schulen, Sportstätten und anderen öffentlichen Gebäuden vorgestellt und diskutiert werden, wie solche Initiativen auf den Weg gebracht werden können. Präsentiert wird das Ökokonto, das im Rückgriff auf das Verursacherprinzip Ausgleichsmaßnahmen für Eingriffe im Bereich Natur- und Landschaftsschutz vertraglich absichert. Daneben sollen noch weitere Beispiele zur Sprache kommen: umweltfreundliche Beschaffung, die Umstellung öffentlicher, die Integration umweltpolitischer Maßnahmen bei allgemeinen Investitionen und im Verkehrs- oder Tourismusbereich.

 

Außerdem stellt sich die Landesstiftung Baden-Württemberg hinsichtlich ihrer Fördermöglichkeiten von Umwelt- und Naturschutzprojekten auf kommunaler Ebene vor.

 

PROGRAMM

Mit grünen Ideen schwarze Zahlen schreiben

Marianne Erdrich-Sommer, Vorstand der Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg

 

Was ist die Situation vor Ort, was wird gebraucht?

Runde der TeilnehmerInnen

 

Vom Idealismus zur Rendite am Beispiel von Nürtingen und Wendlingen

Otmar Braune, Mitglied im BUND-Ortsverband und Lehrer, Mit-Initiator von ÖkoWatt/Nürtingen und eines Energiekonzepts im Schulzentrum Wendlingen mit Blockheizkraftwerk und Fotovoltaik

 

"Klimaschutz als Kapitalanlage": Wie man mit Energiesparen und erneuerbaren Energiequellen Geld verdienen kann

 

Durch Investitionen in moderne Beleuchtungsanlagen, in effiziente Pumpen, Lüftungs- und Heizungssteuerung sowie durch Investitionen in Solarenergie und Wassersparmaßnahmen können Kommunen viel Geld sparen - und darüber hinaus das Klima schützen und die regionale Wirtschaft stärken. Wie dies gemacht werden kann, wird an drei Beispielen von Contracting-Projekten mit Bürgerbeteiligung an Schulen in Freiburg und NRW dargestellt;

Dieter Seifried, Geschäftsführer des Büro Ö-Quadrat, Freiburg, sowie der ECO-Watt GmbH & CoKG

 

Die Landesstiftung Baden-Württemberg: Rettung in der Not?

 

Unter den Schwerpunkten Umwelt- und Landschaftsschutz der Landesstiftung beinhaltet das Programm Umwelt und Vereine oder das geplante Programm zu Mobilitätszentralen in Kommunen und zu Naturschutzprojekten Berührungspunkte mit der kommunalen Ebene. Welche Möglichkeiten bieten die Programme, und was sind die Förder- und Antragsmodalitäten?

Clemens Benz, Stellvertretender Geschäftsführer der Landesstiftung Baden-Württemberg

 

Das Ökokonto - ein Ausgleich für Eingriffe nach dem Verursacherprinzip zugunsten des Natur- und Landschaftsschutzes

Waltraud Pustal, Ökologische Landschaftsplanerin, Pfullingen und Lehrbeauftragte an der FH Nürtingen

 

Procura+: Kampagne für nachhaltige Beschaffung

Mehr Umwelt für's gleiche Geld

Christoph Erdmenger, International Council for Local Environmental Initiatives (ICLEI), Freiburg

 

Anregungen für die Arbeit vor Ort

Gesprächsrunde mit den TeilnehmerInnen

Impulsreferat von Stephan Eurich, Freier Landschaftsarchitekt, BDLA, Wendlingen

 

Fotos von der Tagung

 

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