Benken - Endlager unserer Atompolitik?

Abendveranstaltung

 

Di, 14. März, Konstanz

 

Bei der Nutzung von Atomenergie entstehen große Mengen von hoch-, mittel- und schwachradioaktivem Atommüll, der über Millionen von Jahren sicher gelagert werden muss. Die Schweizer Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (NAGRA) plant ein Endlager für hochradioaktive Abfälle in Benken. Benken liegt im Züricher Weinland zwei Kilometer entfernt von der Grenze zu Baden-Württemberg.

 

Bei der Podiumsdebatte gehen neben maßgeblichen regionalen AkteurInnen Detlef Appel und Rebecca Harms den Fragen nach: Ist Benken als Standort geeignet? Was ist das Gefährdungspotenzial für das Grundwasserreservoir der umliegenden Gemeinden und durch die Transporte radioaktiver Abfälle? Was sind die Auswirkungen eines Endlagers für den Landkreis Waldshut und die gesamte Hochrhein-Region - zusätzlich zu der bereits bestehenden Konzentration atomarer Anlagen auf Schweizer Seite?

 

Welche Möglichkeiten bestehen von deutscher Seite auf dieses Verfahren Einfluss zu nehmen und wie werden diese genutzt? Was sind die Perspektiven auf Schweizer Seite?

 

Weltweit gibt es bislang kein Endlager für langlebige hochradioaktive Abfälle. Was ist der Stand der deutschen Endlagerproblematik? Wie geht es weiter mit der Standortauswahl? Welche Kriterien werden bei der Standortsuche angewandt? Wer verhandelt? Gibt es eine umfassende Öffentlichkeitsbeteiligung? Herrscht Fairness und Transparenz?

 

Die Diskussion um Endlagerung hängt mit der zukünftigen Nutzung von Atomkraft zusammen. Geht es darum, den vorhandenen Atommüll zu entsorgen oder dessen weitere Produktion zu legitimieren? Die Schweiz hat den weiteren Ausbau von Atomkraft angekündigt; in Deutschland gilt - noch - der Atomkonsens, der einen Ausstieg aus der Atomenergie bis 2020 vorsieht. Im Land hat Ministerpräsident Günther Oettinger dagegen eine Bundesratsinitiative zur Laufzeitverlängerung angekündigt. Die Angst vor dem Klimawandel soll Atomkraft als das kleinere Übel erscheinen lassen, die Stimmen für "saubere" Atomenergie werden lauter. Bleibt es beim Atomausstieg? Wie gehen unsere anderen europäischen Nachbarn damit um? Welche Energiestrategie wird sich in der EU durchsetzen können?

 

Rebecca Harms kennt die Auseinandersetzungen um Endlager: 1977 war sie Mitbegründerin der Bürgerinitiative gegen das atomare Entsorgungszentrum Gorleben und steht seither im Zentrum dieser Widerstandsbewegung. Seit 2004 ist sie im Europäischen Parlament und dort Mitglied im Ausschuss Industrie, Forschung und Energie und in der Ukraine-Delegation.

 

Detlef Appel ist Geologe und arbeitet als selbständiger Berater und Gutachter. Er war als Mitglied des ehemaligen deutschen AkEnd (Arbeitskreis Auswahlverfahren Endlagerstandorte) an dessen Stellungnahme zum Züricher Weinland beteiligt. Außerdem war er Mitglied der schweizerischen Expertenkommission EKRA, die für die Endlagerung/Tiefenlagerung die fachlichen Grundlagen für das aktuelle schweizerische Kernenergiegesetz erarbeitet hat. Er ist Mitautor der Studie "Mythos Atomkraft" der Heinrich Böll Stiftung.

 

Programm

Begrüßung (mit Brezeln und Apfelsaft)

Charlotte Biskup, Vorstand der Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg

Horst Frank, Oberbürgermeister Konstanz

 

Einleitende Beiträge:

Rebecca Harms, MdEP, Bündnis 90/Die Grünen

Detlef Appel, Pan Geo - Geowissenschaftliches Büro, Hannover

Endlagerung langlebiger mittelradioaktiver und hochradioaktiver Abfälle

Download

 

Podium

 

I. Geplantes Endlager Benken:

Der Entsorgungsnachweis - Demokratie und Standortauswahlverfahren - sozioökonomische Konsequenzen für die Region

 

II. Endlagerproblematik und Zukunft der Atomkraft:

Wenn nicht in Benken, wo dann? - Wie machen es die Nachbarn? Europäische Lösungen für die Endlagerung, europäische Energiepolitik - Mythos Atomkraft:

was ist dran an den "neuen" Argumenten von Sachzwängen und Klimaschutz?

 

mit

Eberhard Röhm, 2. Vorsitzender KLAR! Deutschland

Bernhard Piller, Projektleiter Schweizerische Energie-Stiftung

Walter Witzel, MdL, energiepolitischer Sprecher der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen Baden-Württemberg

Rebecca Harms und Detlef Appel (s.o.)

Deutsch-Schweizer Co-Moderation:

Reiner Bodmer, Stadtrat Kreuzlingen und

Wolfgang Kaiser, Vorstand der Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg

 

Di, 14. März, 18.00 – 21.30 Uhr

Treffpunkt Petershausen, Konstanz

Lageplan

(vom Bahnhof Konstanz in 3 min mit dem Stadtbus zum Sternenplatz und 5 min Fußweg zum Treffpunkt Petereshausen)