Vom Kampf gegen die Zensur

Afrika darf nicht zum vergessenen Kontinent werden

Diskussionsveranstaltung zur Medienfreiheit in Afrika

 

Die Industrienationen stehen in der Verantwortung, mutige Menschen in Afrika in ihrem Engagement für die Verwirklichung ihrer Freiheitsrechte zu unterstützen und zur Verbesserung der Entwicklungschancen beizutragen. In diesem Bestreben wurden in den letzten Jahren einige Initiativen angestoßen, wie etwa der G8-Afrika-Aktionsplan im Jahr 2002. Auch der Bundespräsident setzt sich dafür ein, dass Afrika eine größere mediale Aufmerksamkeit in Deutschland erhält.

Die Schaffung eines öffentlichen Bewusstseins für die Situation Afrikas bei uns ist die eine, die Förderung konkreter Projekte in partnerschaftlicher Zusammenarbeit die andere Seite deutscher Entwicklungspolitik.

 

Diesem Grundsatz folgend hat die Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg den Journalisten Pap Saine aus Gambia eingeladen, der 1991 zusammen mit seinem Kollegen Deyda Hydara die erste unabhängige Tageszeitung "The Point" gründete. Kritik an der Regierung zu üben, ist in Gambia lebensgefährlich. Deyda Hydara kam im Jahre 2004 bei einem Attentat ums Leben.

 

Die Veranstaltung zielt darauf, Pap Saine einen öffentlichen Rahmen zu bieten, um von seiner Arbeit zu berichten sowie mit Uschi Eid, MdB Bündnis 90/ Die Grünen, und Christoph Link, Stuttgarter Zeitung, über Möglichkeiten, Notwendigkeiten und Grenzen deutscher Entwicklungspolitik zu diskutieren.

 

Wie können unabhängige Presseorgane und freie Medien als tragende Pfeiler einer Zivilgesellschaft und Demokratie gefördert und unterstützt werden? Welche Rolle spielt die Medienförderung in der gegenwärtigen praktischen Entwicklungszusammenarbeit? Und wie sehen die Menschen vor Ort dieses Engagement von außen?

 

mit

Pap Saine, Journalist, Gambia

Uschi Eid, MdB, Bündnis 90/ DIE GRÜNEN

Christoph Link, Stuttgarter Zeitung

 

Das Gespräch wird übersetzt von Carmen Huckel und Barbara Furkert.

 

Pap Saine ist Gründer und Chefredakteur der Tageszeitung "The Point". "Wir wollten ein professionelles Blatt machen, von gambischen Journalisten für eine gambische Leserschaft. Unser Ziel ist es, allen Meinung Platz einzuräumen, der Regierungsseiten sowie der Opposition. Unser größter Erfolg ist es, dass wir die Leute dazu gebracht haben, jeden Tag unsere Zeitung zu lesen. Auch die, die nicht lesen konnten, ließen sich von ihren Kindern unsere Artikel vortragen", so der mutige Journalist. Am 03.12.2006 wird Pap Saine der Johann-Philip-Palm-Preis für Medien- und Pressefreiheit verliehen.

Das Preisgeld in Höhe von 10 000 € will er für den Erwerb einer gebrauchten Druckerpresse einsetzen. 

 

Uschi Eid ist seit 1994 für die Grünen Mitglied des Deutschen Bundestages. Seither war sie u.a. entwicklungspolitische Sprecherin und G8-Afrika-Beauftragte des Bundeskanzlers. Derzeit ist sie Sprecherin für "Auswärtige Kulturpolitik".

 

Christoph Link, Journalist, war langjähriger Afrikakorrespondent und ist heute hierzulande für die Stuttgarter Zeitung tätig. Er hielt die Laudatio auf Pap Saine während der Preisverleihung.

 

Die Veranstaltung fand in Kooperation mit dem Kulturzentrum forum 3 in Stuttgart statt.

 

Di, 5. Dezember, 20 Uhr

Forum 3, Gymnasiumstraße 19-21, Stuttgart

 

Leitung

Uli Schmidt, Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg

 

PROGRAMM zum Download