Willi Hoss zum 80. Geburtstag

Ökologie und Gewerkschaften heute

 

Am 27. April wäre Willi Hoss 80 Jahre alt geworden. Er hat mit seinem Engagement die Betriebs- und Gewerkschaftsarbeit verändert und war ein Bindeglied zur grünen Bewegung.

 

Willi Hoss, der seit 1960 als Hochdruckschweißer bei Daimler in Stuttgart-Untertürkheim arbeitete, wurde Anfang der 70er Jahre wegen angeblich gewerkschaftsschädigendem Verhalten aus der IGMetall ausgeschlossen. Daraufhin gründete er mit Kollegen die Plakat-Gruppe, die beachtliche Wahlerfolge erzielte, ab 1972 war er Betriebsrat. 

 

Aufgrund seiner Offenheit für die neuen sozialen Bewegungen und seines Interesses für ökologische Fragen kam Willi Hoss Ende der 70er Jahre zu den Grünen; er war Mitbegründer der Partei. 1983 bis 1990 (mit einem Jahr Unterbrechung wegen der Rotation) war er grüner Bundestagsabgeordneter und zeitweilig einer der FraktionssprecherInnen.

 

2001 trat er wegen der Unterstützung der Beteiligung Deutschlands am Afghanistan-Krieg aus der Partei aus.

 

Willi Hoss war Mitgründer der Heinrich Böll Stiftung und begleitete ihren Weg von den Anfängen 1987 bis zu seinem Tod aktiv mit.

 

Ab 1991 setzte er sich für die indianische Bevölkerung im brasilianischen Regenwald ein und rief die Initiative POEMA „Armut und Umwelt in Amazonien e.V." ins Leben.

 

Willi Hoss verstand Ökologie in einem umfassenden Sinne als Gerechtigkeit gegenüber Natur und Mensch. Soziale Gerechtigkeit und Armutsbekämpfung waren für ihn feste Bezugspunkte, wenn er dafür plädierte Ökologie und Ökonomie zusammenzubringen.

 

Die Veranstaltung bringt WeggefährtInnen und FreundInnen von Willi Hoss aus seiner Zeit der Plakat-Gruppe, als Bundestagsabgeordneter und in der Heinrich Böll Stiftung zusammen.

 

Neben der Würdigung von Willis Engagement fragen wir nach seiner aktuellen Bedeutung:

Was war das Bahnbrechende der Plakat-Gruppe und worin besteht die Aktualität ihrer Ziele?

Wie steht es heute um die gewerkschaftliche Streitkultur und ihre Öffnung für gesellschaftliche Anliegen?

Wo stehen wir heute bei dem Versuch Ökologie und Ökonomie zusammenzubringen?Wo zeigt sich die Aktualität ökologischer Zielsetzungen in betrieblichen und gewerkschaftlichen Auseinandersetzungen?

Wo stehen wir in der transnationalen gewerkschaftlichen und betrieblichen Zusammenarbeit?

Gibt es eine Perspektive für Gewerkschaften als sozialer Bewegung?

 

Wir laden alle Interessierten, insbesondere WeggefährtInnen und FreundInnen von Willi Hoss sehr herzlich ein!

 

Wir zeichnen 

ein persönliches Portrait von Willi Hoss

Heidemarie Rohweder und Nina Hoss lesen aus seiner Autobiografie

 

 

fragen nach

Wofür stand die Plakat-Gruppe und was macht die Aktualität ihrer Ziele aus

Vom Daimler zu den Grünen und in den Bundestag

 

 

und diskutieren

Demokratie, Ökologie und Gewerkschaften heute

 

Es nehmen teil

Heidemarie Rohweder und Nina Hoss, Ralf Fücks und Heike Schiller-Schenten, Gerd Rathgeb und Peter Grohmann, Lukas Beckmann, Winfried Kretschmann und Peter Kammerer, Otto Jacobi, Reinhard Bütikofer, Wolfgang Stather und Wolfgang Schorlau

 

Die Veranstaltung findet in Zusammenarbeit mit der Heinrich Böll Stiftung (Bundesstiftung) statt.

 

Leitung

Annette Goerlich

Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg

 

Mo, 27. April, 17.30 - 21 Uhr (Saalöffnung ab 17 Uhr)

Stuttgart, Theaterhaus

 

 

 

 

Begrüßung
Heike Schiller
Vorsitzende Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg

 

Grußwort

Ralph Fücks
Vorstand Heinrich Böll Stiftung

 

 

 

 Artikel der Stuttgarter Zeitungen

 zur Veranstaltung über

 Willi Hoss : STZ, STN ,STN