Haben wir Russland provoziert?

Innenansichten aus Russland zur russlandpolitischen Debatte in Deutschland.

 

Über Russland und den richtigen Umgang mit der Politik des russischen Präsidenten Vladimir Putin wird in Deutschland heftig gestritten - bis in den Bundestagswahlkampf hinein.

Die einen kritisieren, dass die traditionell engen deutsch-russischen Beziehungen durch einen vermeintlich konfrontativen Kurs gegenüber Russland unnötig gefährdet würden, dass durch NATO-Ausdehnung, EU-Assoziierung seiner Nachbarländer und überhöhte politisch-moralische Ansprüche des Westens aus Europa herausgedrängt worden sei. Die anderen betonen, dass Russland selbst durch die Annexion der Krim und seine militärische Einmischung im Osten der Ukraine diese Friedensordnung nicht nur infrage gestellt, sondern zerstört habe.

Im Gespräch mit unseren Gästen wollen wir folgenden Fragen nachgehen:
Für was für ein gesellschaftliches, politisches und ökonomisches Modell steht Wladimir Putins Russland? Welchen Entwicklungsweg verfolgt das Land unter Putin? Wie stark wirkt die oft genannte „Kränkung“ durch „den Westen“ als Motiv für die die russische Außen- und Innenpolitik? Wie entwickelt sich – unter den Bedingungen von „Agentengesetz“ und Medienkontrolle - die russische Zivilgesellschaft? Welche Formen internationaler Zusammenarbeit sind nach wie vor möglich und sinnvoll? Und schließlich: Wie sollte deutsche und europäische Politik gegenüber Russland gestaltet werden?

Mit
Maria Lipman
Politikwissenschaftlerin, Chefredakteurin des Online Journals COUNTERPOINT
Mariika Semenenko
Mitbegründerin des autonomen Kulturzentrums Kulturhaus „Delai sam/a“ für alternative städtische Kulturen in Moskau
Irina Sherbakova
Historikerin und Germanistin

Moderation:
Prof. Dr. Dietmar Neutatz

Lehrstuhl für Neuere und Osteuropäische Geschichte, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

Mi, 28. Juni, 20 - 22 Uhr
Hörsaal 1199, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

Kollegiengebäude I (KG I), Platz der Universität 3, Freiburg

In Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftungsverbund und dem Lehrstuhl für Neuere und Osteuropäische Geschichte, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.