Internationale Strafverfolgung staatlicher Verbrechen in Deutschland und Lateinamerika: 1933 - 1976 - heute

1. Tübinger Elisabeth-Käsemann-Symposium

Die internationale Zusammenarbeit zur Verfolgung und Aufklärung staatlicher Verbrechen begann mit den Nürnberger Prozessen gegen nationalsozialistische Täter im 20. Jahrhundert. Der anschließende Versuch der Bundesrepublik Deutschland in den 1950er und 1960er Jahren, die nach Lateinamerika geflüchteten nationalsozialistischen Täter strafrechtlich zu verfolgen, war von erheblichen Misserfolgen begleitet, nicht zuletzt aufgrund eigener systemischer Schwächen. Auch heute ist die juristische Aufarbeitung in Deutschland noch nicht abgeschlossen. Es werden Verfahren gegen nationalsozialistische Täter geführt, die erst in den letzten Jahren auf Grundlage einer geänderten Auslegung der Gesetze verurteilt werden können. Die deutsche Staatsanwaltschaft ermittelt dabei in Ländern, in denen die Verbrechen begangen wurden, aber auch in denen sich Täter niedergelassen haben, wie zum Beispiel in Argentinien und bedarf in diesem Zusammenhang der Rechtshilfe Argentiniens. Auf der anderen Seite nimmt die argentinische Justiz deutsche Rechtshilfe in Anspruch bei den Ermittlungen im Falle deutscher Opfer oder gegen internationale Konzerne.

Wie hat sich die Aufarbeitung staatlicher Verbrechen in Deutschland, Argentinien und Mexiko entwickelt und wo steht sie heute? Was sind Möglichkeiten und Grenzen der internationalen und transnationalen Kooperation bei der Aufklärung und Verfolgung staatlicher Verbrechen? Welche Konsequenzen und Chancen ergeben sich für eine Gesellschaft aus der juristischen Aufarbeitung ihrer autoritären Vergangenheit?

 

Programm
mit deutsch-spanischer Simultanübersetzung

Musikalische Begrüßung
WillkommenProf. Dr. Jörg Eisele, Juristische Fakultät Universität Tübingen
Dr. Dorothee Weitbrecht, Elisabeth Käsemann Stiftung
GrußworteTheresa Schopper, Staatssekretärin im Staatsministerium BW
Dr. Christine Arbogast, Erste Bürgermeisterin Tübingen
KeynoteProf. Dr. Daniel Rafecas (Argentinien), Bundesermittlungsrichter und Professor an der Juristischen Fakultät der Universität Buenos Aires
Podiumsdiskussion Prof. Dr. Herta Däubler-Gmelin, Bundesjustizministerin a.D.
Prof. Dr. Daniel Rafecas (Argentinien), Bundesermittlungsrichter und Professor an der Juristischen Fakultät der Universität Buenos Aires
Prof. Dr. Luis Efrén Ríos Vega (Mexiko), Generaldirektor der Academia Interamericana de Derechos Humanos (AIDH) und der Clínica Internacional de Derechos Humanos (CIDH)
Leitender Oberstaatsanwalt Jens Rommel, Leiter der Zentralen Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung national-sozialistischer Verbrechen
Moderation

Dr. Christiane Schulz, Deutsches Institut für Menschenrechte

Verabschiedung durch die Veranstalter, musikalischer Abschluss

Programm als pdf zum download

 

Mittwoch, 21. Juni, 18 Uhr
Audimax der Neuen Aula der Universität Tübingen

Anmeldung:
kontakt@elisabeth-kaesemann-stiftung.de

Die Veranstaltung findet statt in Kooperation mit:
Elisabeth-Käsemann-Stiftung
Juristische Fakultät der Universität Tübingen
Staatsministerium Baden-Württemberg
Haus der Geschichte Baden-Württemberg
Evangelische Akademie Bad Boll
Deutsche Menschenrechtskoordination Mexiko
Zentrale Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen
Engagement Global
Deutscher Akademischer Austauschdienst