Film und Debatte

Zum Abschluss der dreimonatigen Filmreihe „Syrien, mon amour“, in der die Kinemathek Karlsruhe sich gemeinsam mit der Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg dem syrischen Filmerbe aus vier Jahrzehnten widmete, wird am 24. Januar der Dokumentarfilm „Zeugen gegen Assad“ von Tina Fuchs zu sehen sein (Deutschland 2018,Digital, 45Min., Deutsch, Arabisch mit dt. Untertiteln). Damit kommt die retrospektive Reihe im Hier und Jetzt Syriens an, in der Zerstörung des Krieges und den Verbrechen der Akteure.

Über den Film: Khaled wurde in syrischen Gefängnissen gefoltert. Die schlimmste Folter für ihn war, als er gezwungen wurde, mit anzusehen, wie andere Gefangene gefoltert wurden. Junge Menschen aus Damaskus, die wie er 2011 im "Arabischen Frühling" friedlich auf die Straße gingen, um gegen die Regierung zu demonstrieren. Auch Khaleds Frau Abeer wurde über Monate in einem der berüchtigten Gefängnisse des syrischen Militärgeheimdienstes gefangen gehalten und gedemütigt. Heute leben die beiden in Deutschland. 

Sie gehören zu den sieben Zeugen, die sich zusammen mit den Anwälten Mazen Darwisch und Anwar al-Bunni entschlossen, Strafanzeige beim Generalbundesanwalt in Karlsruhe zu erstatten wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit.  Den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag können sie nicht anrufen, weil Syrien das entsprechende Statut nicht ratifiziert hat, zudem blockiert Russland im Sicherheitsrat die Einsetzung eines Tribunals. Anwälte und Zeugen setzen ihre Hoffnung auf das Weltrechtsprinzip. Es erlaubt - in Nachfolge der Nürnberger Prozesse - Verbrechen gegen die Menschlichkeit wie in Syrien auch in Deutschland zu ahnden.

Nach der Vorführung wird ein Gespräch mit Julia Alfandari vom Referat Nahost & Nordafrika der Heinrich Böll Stiftung über den Film, die Situation in Syrien und den Stand der völkerrechtlichen Aufarbeitung stattfinden.

 

In Kooperation mit der Kinemathek Karlsruhe.

Do, 24. Januar, 19 Uhr
Kinemathek Karlsruhe

Kaiserpassage 6, 76133 Karlsruhe