Pressefreiheit – Pressevielfalt. Eine gute Nacht?
„Die Monopolstellung regionaler Blätter ist nicht so gefährlich wie die Macht großer überregionaler Zeitungs- und Zeitschriftenverlage, heißt es in dem Schlussbericht der Günther-Kommission, die im Auftrag der Bundesregierung die Pressekonzentration untersucht hat. Von der Bundesregierung und den Ländern werden Maßnahmen erwartet, um die Konzentrationsbewegungen aufzuhalten“
DIE ZEIT, Nr. 31, 2. August 1968
Es herrscht Unruhe in Stuttgarts Zeitungsredaktionen. Die Meldungen um Sonntag Aktuell und die Veränderungen in der landes- und bundesweiten Presselandschaft haben die Diskussion über die „gefährdete“ Pressevielfalt - nicht nur in Stuttgart – neu entfacht.
Vor allem die Printmedien, traditionell als „vierte Gewalt“ im Staat gewertet, stecken in einer tiefen Krise, ökonomisch wie inhaltlich. Die einst geltenden Standards geraten durcheinander. Das Internet gilt als die Zukunft der Verlage, der gedruckte Qualitätsjournalismus als Auslaufmodell, und der Leser als dankbarer Empfänger optisch aufgehübschter Häppchen.
Über die Zukunft von Öffentlichkeit, über Pressefreiheit und Pressevielfalt, über journalistische und verlegerische Qualitäten, über ökonomische Zwänge und über die Voraussetzungen für eine funktionierende demokratische Gesellschaft wollen wir streiten.
19.00 h
Intro Quartett Bluesette
Begrüßung Heike Schiller
Vorsitzende Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg
19.30 h Vortrag
Über die Grundvoraussetzungen einer funktionierenden demokratischen Gesellschaft
Ulrich Kienzle
Journalist und Publizist
19.45 h
Hat der Qualitätsjournalismus noch eine Zukunftschance?
Ein Gespräch über den Umgang mit journalistischer Arbeit, den Umgang der Journalistinnen und Journalisten mit ihrer Arbeit und die Erwartungen des lesenden Publikums
mit
Bascha Mika
Publizistin, ehemalige Chefredakteurin die tageszeitung
Anton Hunger
ehem. Pressechef Porsche
Uwe Vorkötter
Chefredakteur Berliner Zeitung
Gesprächsleitung:
Stefan Siller
SWR
20.45 -21.00 h Pause/ anschl. Quartett Bluesette
21.15 h
Zeitungsmachen – lohnt sich das?
Ein Streitgespräch über das Zeitungsmachen, die Zukunft der Printmedien, über Qualität und die Notwendigkeit mit guten Informationen gutes Geld zu verdienen
mit
Joachim Dorfs
Chefredakteur Stuttgarter Zeitung
Ulrike Pfeil
stellv. CvD Schwäbisches Tagblatt
Wilfried Voigt
Sonntag Aktuell, ehem. SPIEGEL
Edzard Reuter
ehem. Vorstandsvorsitzender Daimler-Benz
Gesprächsleitung:
Stefan Siller
SWR
Ende gegen 22.30 h
Leitung
Gerhard Pitz
Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg
Mo, 16. November, 19.00 h – 22.30 h