Öffentliche Räume in der neuen Normalität

Jahrestagung

Demokratie hat einen Ort: Der öffentliche Raum. Die Einschränkungen während der Corona-Pandemie haben uns vor Augen geführt, wie bedeutend öffentliche Räume für unsere Demokratie und den gesellschaftlichen Zusammenhalt sind.

Öffentliche Räume sind nicht nur Straßen, Plätze und Parks, sondern alle Räume analoger und digitaler Natur, in denen Teilhabe, Begegnung, Austausch und auch Streit stattfinden können. Dazu gehören Schulen, Universitäten und andere Bildungseinrichtungen genauso wie Medien, Fussballstadien und Theater Viele dieser Räume waren während der ersten Phase der Pandemie gar nicht oder nur eingeschränkt zugänglich, andere dagegen haben einen enormen Bedeutungszuwachs erfahren.

Jetzt, unter den Bedingungen der neuen Normalität und vor dem Hintergrund dieser Erfahrungen wollen wir über die Gestaltung öffentlicher Räume diskutieren. Wie sehen inklusive, solidarische und resiliente öffentliche Räume aus?

Die Heinrich-Böll-Stiftungen in Bund und Ländern haben sich über drei Jahre gemeinsam mit der Zukunft der öffentlichen Räume beschäftigt. In dieser Konferenz soll Bilanz gezogen und Perspektiven für gute öffentliche Räume als Orte der Demokratie aufgezeigt werden.  

Eine Kooperation der Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg und des Stiftungsverbundes der Heinrich-Böll-Stiftungen.

 

Samstag, 12.12.2020, 13.00 bis 18.00 Uhr

Stuttgart, Evangelisches Bildungszentrum Hospitalhof
Büchsenstr. 33, 70174 Stuttgart


Programmablauf

12.30 Uhr Anmeldung

13.00 Uhr Begrüßung, Einführung    

13.30 Uhr Keynote

Öffentliche Räume in der neuen Normalität, Heinz Bude, Soziologe Kassel/Berlin

Gespräch mit Ellen Ueberschär, Vorstand Heinrich-Böll-Stiftung e.V.

14.15 Uhr Kaffeepause

14.30 Uhr Bilanzen: Vorstellung der Workshops

15.00 Uhr Workshops (kein Streaming)

Workshop 1 | Workshop 2 | Workshop 3 | Workshop 4

16.00 Uhr Kaffeepause

16.30 Uhr Vorstellung Atlas Infrastrukturen - Räume und Netze für gerechte Teilhabe und ökologische Modernisierung

17.00 Uhr Abschlussrunde - Fishbowl

In der neuen Normalität. Was sind inklusive, solidarische und resiliente öffentliche Räume? An welche Entwicklungen der letzten Monate können wir anknüpfen?

Anschließend get together


WORKSHOP 1

Wie kann die neue Normalität in unseren Städten gestalten werden?

Die Pandemie hat auch die Debatten über den öffentlichen Raum in unseren Städten verändert. Gerade die Beschränkung von Mobilität und Zugang haben uns vor Augen geführt, welche Bedeutung gute öffentliche Räume für die Stadtgesellschaft haben. In der neuen Normalität stellt sich die Frage: Was lernen wir aus den Erfahrungen der Pandemie? Wie können wir inklusive und zukunftsfähige öffentliche Räume in unseren Städten gestalten?

WORKSHOP 2

Systemrelevant? Medien in der Pandemie

Öffentlich-rechtliche und private Medien haben aktuell eine besondere Relevanz. Sie transportieren die Informationen über die Pandemie, ihre Auswirkungen und über die Maßnahmen zu ihrer Eindämmung. Gerade in der ersten Hochphase der Pandemie trug ihre Berichterstattung wesentlich zu dem breiten gesellschaftlichen Konsens über die Corona-Politik von Bund und Ländern bei. Von der Lokalzeitung bis zur 20-Uhr-Tagesschau erlebten Medien einen enormen Bedeutungszuwachs – für eine verunsicherte und informationshungrige Öffentlichkeit wurden sie systemrelevant. Die sachliche und wissenschaftsorientierte Berichterstattung der allermeisten Medien hat wesentlich zu dem relativen Erfolg bei der Eindämmung der Pandemie beigetragen.

Inzwischen sehen sich die Medien aber auch dem Vorwurf ausgesetzt, in ihrer Berichterstattung zu unkritisch gegenüber einschneidenden Maßnahmen, etwa bei der Einschränkung von Grundrechten, gewesen zu sein. Wie stellen sich öffentliche und private Medien in der neuen Normalität dar? Wird sich ihr Bedeutungszuwachs während der Pandemie verfestigen? Müssen sie sich mit der Kritik auseinandersetzen, nicht die gesamte Breite der gesellschaftlichen Debatte über die Verhältnismäßigkeit der Corona-Maßnahmen abgebildet zu haben? Letztlich geht es um die Frage: Wie sieht guter Journalismus in der neuen Normalität aus?

WORKSHOP 3

Schulen in der neuen Normalität

Die Maßnahmen gegen die Pandemie stellen das Schulsystem bundeslandübergreifend vor große Herausforderungen. Je nach Größe, baulicher und technischer Ausgangslage und finanzieller Ausstattung sind die Voraussetzungen und Schwierigkeiten der einzelnen Schulen sehr unterschiedlich. Auch die Schüler*innen waren und sind unterschiedlich stark betroffen. Besonders während der Zeit des ausschließlichen home schoolings musste eine verstärkte Benachteiligung von Schüler*innen aufgrund sozio-ökonomischer Umstände festgestellt werden. Gleichzeitig werden die Pandemie-Umstände als Chance gesehen, die sich bis dato nur langsam entwickelnde Digitalisierung der schulischen Bildung voranzubringen. 

Welche best practices können nach neun Monaten Schule unter Pandemie-Umständen festgestellt werden? Welche Folgen zeichnen sich bisher ab und welche bildungspolitischen Maßnahmen lassen sich daraus ableiten? Wie kann Schule unter Pandemiebedingungen sozial gerechter und inklusiver gestaltet werden? Welches Zwischenfazit kann im Hinblick auf digitale Schule gezogen werden?

WORKSHOP 4

Kultur in öffentlichen kommunalen Räumen

Der Lockdown zeigte, wie wichtig Kultur-Orte als öffentliche Räume der Begegnung für die Gesellschaft sind. Gleichzeitig haben die Pandemie-Maßnahmen Kunst und Kultur an vielen Stellen zwischenzeitlich zum Erliegen gebracht. Künstlerinnen und Künstler, wie auch vielen andere in der Kultur tätige sind an dem Rand ihrer Existenz gebracht - und darüber hinaus. Pandemie als Chance: In der gegenwärtigen Krise gibt es viele Ideen und Vorschläge, wie sich kulturpolitische Fördermaßnahmen verändern müssen, um Kunst- und Kulturschaffende in der Krise, aus der Krise heraus (Transformation in einem veränderten Kulturmarkt) und nach der Krise (Aufbau von Resilienz, Anpassung von Förderrichtlinien etc.) helfen zu können. In fast allen diesen Vorschlägen um kurz-, mittel-, und langfristige Veränderungen geht es um das Was, also die inhaltliche Dimension von Kulturpolitik, und oft auch nur um die finanzielle Seite. Wenig diskutiert wird hingegen, wie kulturpolitische Kommunikations- und Entscheidungsprozesse organisiert werden und damit auch die Frage, wer eigentlich an der Formulierung kulturpolitischer Leitlinien und Ziele beteiligt ist. Und: Wie lassen sich unter den Bedingungen der neuen Normalität Kunst und Kultur mit urbanem Wandel zusammendenken?


Online-Forum

Sport - Spielplätze der Gesellschaft

Fussballspiele in der ersten und zweiten Bundesliga mit oder ohne ZuschauerInnen? Und wenn mit - mit wie vielen? Wie in einem Brennglas zeigen sich in dieser Auseinandersetzung die verschiedenen finanziellen und sportlichen Interessen. Der Druck kommt nicht allein aus den Geschäftsführungen der Klubs, sondern auch von den Fans der Vereine. Ein Beweggrund auch hier: das Stadion als Ort der gesellschaftlichen Begegnung. Gleichzeitig wird viel wenig er über all die anderen Sportvereine, über andere Sportarten gesprochen. Wie kommt der Sport in die neue Normalität?


Information

Roxane Kilchling | 0711 2633 94-13