Start der Veranstaltungsreihe Fotografie und Nachhaltigkeit der Biennale für aktuelle Fotografie 2022 am 4. Mai 2022

Małgorzata Stankiewicz, Baltic Algal Bloom B2, modified Copernicus Sentinel data (2019) processed by ESA, 2022, aus der Serie Viriditas XXI

Die Veranstaltungsreihe Fotografie und Nachhaltigkeit der laufenden Biennale für aktuelle Fotografie umfasst vom 4. bis zum 19. Mai 2022 insgesamt acht Veranstaltungen. Die neue Reihe gibt aus künstlerischen, bildredaktionellen, wissenschaftlichen und aktivistischen Perspektiven Einblicke zu Themen ökologischer und sozialer Nachhaltigkeit in Fotografie und visueller Kultur. Talks, ein Vortrag und ein Workshop behandeln u.a. Themen wie Nachhaltigkeit in der künstlerischen Fotografie und Ausstellungspraxis, den oft hohen Ressourcenverbrauch in der angewandten Fotografie, Bilder der Klimakrise, oder die Rolle der Fotografie bei der Sichtbarmachung von menschlichen Eingriffen in das (Klima-)System Erde. Ein gemeinsames Cleanup in Kooperation mit der Surfrider Foundation Baden/Pfalz rund um die Kunsthalle Mannheim ist ebenfalls Teil des Programms.
Die Veranstaltungsreihe Fotografie und Nachhaltigkeit ist eine Kooperation zwischen der Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg, der Heinrich Böll Stiftung Rheinland-Pfalz, dem Institut für Europäische Kunstgeschichte der Universität Heidelberg und der Biennale für aktuelle Fotografie.

 

Sabine Schirra, Vorstandsvorsitzende der Biennale:

„Ohne nachhaltige Entwicklung ist unsere Zukunft nicht mehr zu denken. Zahlreiche Standpunkte hierzu werden auch durch die 35 von Iris Sikking ausgewählten künstlerischen Positionen der Biennale für aktuelle Fotografie 2022 sichtbar. Mit der Veranstaltungsreihe „Fotografie und Nachhaltigkeit“ im Begleitprogramm der Biennale möchten wir im interdisziplinären Dialog u. a. mit beteiligten Künstler*innen, der Kuratorin Iris Sikking und Expert*innen wie Bildredakteur*innen und Kunstwissenschaftler*innen vielfältige Impulse zum Weiterdenken und Handeln setzen. Für die Synergieeffekte und die Multiperspektivität, die durch die Kooperation mit den Heinrich Böll Stiftungen Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz sowie dem Institut für Europäische Kunstgeschichte der Universität Heidelberg bei der inhaltlichen Konzeption entstanden sind, sind wir sehr froh und dankbar.“

Die neue Reihe Fotografie und Nachhaltigkeit ist Teil des umfangreichen Begleitprogramms der Biennale, mit Führungen, partizipativen Angeboten, der Langen Nacht der Fotografie am 13. Mai 2022, den Campustagen als spezielles Angebot für Studierende, und einem Artist Weekend vom 13. bis zum 15. Mai, zu dem zahlreiche Biennale-Künstler*innen erwartet werden.

Im digitalen Vermittlungsprogramm sind weiterhin virtuelle Ausstellungsrundgänge zugänglich, der 15-teilige Podcast Biennale to go abrufbar, und unter der Web-Applikation Biennale in a Book (book.biennalefotografie.de) können Nutzer*innen jederzeit selbst kuratorisch tätig werden und eigene Ausstellungen in Form eines E-Books gestalten.


Alle Veranstaltungen der Reihe Fotografie und Nachhaltigkeit im Überblick
Mi 4.5, 14-17 Uhr
Bildgebrauch in den Medien/Workshop

Bilder und insbesondere Fotografien sind machtvolle Kommunikationsmedien für politisch und gesellschaftlich relevante Themen.Der Workshop mit Miriam Zlobinski (Fotoredakteurin/Visual Historian) setzt sich mit den Potenzialen und Herausforderungen des bildredaktionellen Einsatzes von Fotografien auseinander. Es werden u. a. praktisches Wissen um Bildrecherche, -analyse und -auswahlvermittelt sowie Visiotypen – stereotyper Bildgebrauch – kritisch reflektiert.

Das Format richtet sich an alle, die sich in ihrer beruflichen Tätigkeit kritisch mit Bildern und ihrem Einsatz auseinandersetzen.

Ort: Kunsthalle Mannheim (Auditorium)
Kosten: 50 Euro / 25 Euro erm. für Auszubildende oder Volontär*innen (inkl. Getränke und Imbiss)
Anmeldung über den Veranstaltungskalender der Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg:calendar.boell.de/de/event/bildmax. 15 Teilnehmer*innen


Mi 4.5., 18-19.30 Uhr
Bilder der Klimakrise/Talk

Fotografien und Bewegtbildaufnahmen etwa von Extremwettersituationen, Dürre, Waldbränden oder schmelzenden Gletschern generieren visuelle Narrative des Klimawandels.Im Gespräch mit Miriam Zlobinski (Fotoredakteurin/Visual Historian), Volker Angres (Autor, Moderator, Leitung der Senderedaktion Umwelt/ZDF) und Henner Flohr (Leitung Bildredaktion/FAZ) wird die bildredaktionelle Arbeit im Kontext der Klimakrise u. a. alsForm der Wissenschaftskommunikation und vor dem Hintergrund bild- und medienethischer Aspekte reflektiert.Der Talk wird moderiert von Prof. Dr. Henry Keazor (Professur für Neuere und Neuste Kunstgeschichte/ZEGK – Institut für Europäische Kunstgeschichte an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg)
Ort: Kunsthalle Mannheim (Auditorium)

Begrenzte Teilnehmer*innenzahl
Kostenfreie Tickets über den Webshop der Kunsthalle Mannheim: shop.kuma.art


Mo 9.5, 14-15.30 Uhr
Nachhaltigkeit in der künstlerischen Fotografie und Ausstellungspraxis/Online Talk

Die Fotografinnen Silvy Crespo und Małgorzata Stankiewicz thematisieren in ihren Werken anthropogene Einflüsse auf Natur und Umwelt. Crespo macht in ihrer Arbeit u. a. die mit demLithiumabbau in Portugal einhergehende Umweltzerstörung sichtbar. Stankiewicz beschäftigt sich mit der menschengemachten Zunahme der Blaualgenblüte in der Ostsee, die weitreichende Konsequenzen für die dortigen Ökosysteme mit sich bringt.Mit der Kuratorin Iris Sikking sprechen die Künstlerinnen darüber hinaus über Möglichkeiten, Visionen und Herausforderungen nachhaltiger Fotografie- und Ausstellungspraktiken.

Ort: online via Zoom
Kostenfrei mit Anmeldungunter www.biennalefotografie.de/edition/fotografie-und-nachhaltigkeit
Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt.


Mo 9.5., 19.30-21 Uhr
Nachhaltigkeit in der angewandten Fotografie/Online Talk

Hinter der Produktion von Fashion- und Werbefotografie steht ein hoher Ressourcenverbrauch. 2020 verzichtete die italienische Vogue unter ihrem damaligen Chefredakteur Emanuele Farneti für eine Ausgabe ganz auf Fotoshootings und setzte damit ein Statement für Nachhaltigkeit: Die Mode wurde stattdessen mittels Illustrationen präsentiert. Der Fotograf Simon Veith hat sich auf nachhaltige Arbeitsweisen und eine möglichst lang einsetzbare Bildsprache spezialisiert. Im Gespräch mit Farneti und Veith stehen Aspekte solch nachhaltiger Bildproduktionen im Bereich der angewandten Fotografie im Fokus.Der Talk wird moderiert von Prof. Dr. Henry Keazor (Professur für Neuere und Neuste Kunstgeschichte/ZEGK – Institut für Europäische Kunstgeschichte an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg)

Ort: online via Zoom
Kostenfrei mit Anmeldungunter www.biennalefotografie.de/edition/fotografie-und-nachhaltigkeit
Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt.


Mi 11.5., 16-17.30 Uhr
Cleanup/Aktion
&
Mi 11.5., 18-19.30 Uhr

Waste Identity – Bola Bola Living/Talk

In Kooperation mit dem Kulturamt der Stadt Mannheim und der Surfrider FoundationBaden/Pfalz
Mit seinem Projekt Waste Identity – Bola Bola Living möchte der nigerianische Künstler Aàdesokan, in dessen Heimatstadt Lagos auf der landesweit größten Mülldeponie täglich bis zu 10.000 Tonnen Abfälle ankommen, u. a. über die Müllproblematik als globale Krise informieren und unsere Wegwerfgesellschaft hinterfragen. Gemeinsam mit der Surfrider Foundation Baden/Pfalz und dem Künstler veranstalten wir ein Cleanup rund um den Friedrichsplatz, denn jede*r einzelne*r kann etwas tun.
Das anschließende Künstlergespräch mit Aàdesokan gibt im Kontext seines Werkkomplexes Waste Identity – Bola Bola Living und im Austausch mit den Surfridern vertiefende Einblicke in die Müllproblematik – multiperspektivisch, lokal und global.
Treffpunkt Cleanup: vor dem Haupteingang der Kunsthalle Mannheim (Friedrichsplatz 4)
Keine Anmeldung nötig

Talk: Kunsthalle Mannheim (Auditorium)
Begrenzte Teilnehmer*innenzahl
Kostenfreie Tickets über den Webshop der Kunsthalle Mannheim: shop.kuma.art
Die Veranstaltungen finden in deutscher und englischer Sprache statt.

An Cleanup und Talk kann man auch unabhängig voneinander teilnehmen.

Di 17.5., 19-20 Uhr
Protestbilder & Bildproteste/Online Talk

Das Archive of Public Protests (APP) sammelt und verbreitet Fotografien von Protestbewegungen in Polen, die mit dem Erstarken der PiS-Partei seit 2015 zugenommen haben. In Form eines Online-Bildarchivs sowie über Instagram setzt sich das 15-köpfige Kollektiv für die Sichtbarkeit etwa der Frauenstreiks und der Proteste gegen den Klimawandel ein. Als Streikzeitungen bringen sie das Bildmaterial wieder in die andauernden Proteste ein.Im Gespräch mit den Fotograf*innen Karolina Gembara (APP) und Rafał Milach (APP) sowie Katarzyna Pabijanek (Leiterin des Programms für Demokratie und Menschenrechte der Heinrich-Böll-Stiftung/Warschau) wird es u. a. um visuellen Aktivismus sowie die Relevanz und das Potenzial von Bildern für sozial und gesellschaftlich nachhaltige Veränderungen gehen.
Ort: online via Zoom

Kostenfrei mit Anmeldungunter www.biennalefotografie.de/edition/fotografie-und-nachhaltigkeit
Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt.


Do 19.5., 18-19.15 Uhr
Das Anthropozän sichtbar machen/Vortrag

Die Menschheit hat so maßgeblich in das (Klima-)System Erde und seine Kreisläufe eingegriffen, dass sie zu einem geologischen Faktor geworden ist. Nicht nur in den Geo- und Naturwissenschaften wird längst von einem neuen Erdzeitalter, dem Anthropozän, gesprochen. Auch in den Kunstwissenschaften wird das vom Menschen geprägte Erdzeitalter stark reflektiert. Der Vortrag von Prof. Dr. Timo Skrandies (Heinrich-Heine-Universität, Düsseldorf) geht der Frage nach, welche Rolle Fotografie – insbesondere die Dokumentarfotografie – sowie Visuelle Kulturen im Geflecht Natur, Ethik und Wissen spielen.
Ort: Heidelberger Kunstverein (geöffnet bis 20 Uhr)

Kostenfrei (zzgl. Eintritt: Pay What You Want)

Über die Biennale 2022
Unter dem Titel From Where I Stand rückt die dritte Biennale für aktuelle Fotografie bis zum 22. Mai 2022 fotografische Positionen an den Schnittstellen von Kunst, Journalismus und Aktivismus in den Fokus. Die von der niederländischen Kuratorin Iris Sikking ausgewählten Künstler*innen beschäftigen sich vor allem mit den Eingriffen von Mensch und Technik in die Natur und deren gesellschaftliche Folgen. Mit ihren Arbeiten beziehen die rund 40 internationalen Künstler*innen, Kollektive und Fotograf*innen Stellung zu weltweiten Krisen. Die Biennale umfasst sechs Ausstellungen in sechs Häusern in Mannheim, Ludwigshafen und Heidelberg sowie Installationen an den Hauptbahnhöfen Mannheim und Heidelberg.

Teilnehmende Institutionen

Heidelberger Kunstverein, Kunsthalle Mannheim, Kunstverein Ludwigshafen, PORT25 – Raum für Gegenwartskunst (Mannheim), Wilhelm-Hack-Museum (Ludwigshafen), ZEPHYR – Raum für Fotografie in den Reiss-Engelhorn-Museen (Mannheim)

Weitere Informationen zu allen Ausstellungen und den Installationen in den Bahnhöfen und aktuelles Bildmaterial zur Biennale finden Sie zum Download im Pressebereich unter www.biennalefotografie.de