Grüne Fakten to Go

Face the Facts

– die Klimakrise ist da und wir müssen JETZT mit aller Kraft gemeinsam aktiv werden, um die Erderhitzung zu begrenzen. In unserer Schaufenster-Ausstellung „Grüne Fakten to Go“ präsentieren wir daher gemeinsam mit dem Katapult-Verlag Fakten, Fakten, Fakten und das in anschaulicher und zugänglicher Form.

Auf dieser Seite geben wir eine Übersicht über die Themen und Grafiken, die auf den Plakaten der Ausstellung abgebildet sind.

Die Karten stammen aus dem Buch „102 grüne Karten zur Rettung der Welt“. Wir freuen uns sehr über die Kooperation mit dem Katapult-Verlag und bringen 15 ausgewählte Motive in Eure Schaufenster vor Ort – ob Café, Fahrradladen oder Kino. Mit der Ausstellung wollen wir Zusammenhänge in der Stadt sichtbar machen, zum Nachdenken und Diskutieren einladen und natürlich zum Handeln anregen.

Sie möchten die Ausstellung in Vereinsräumen, im Klassenzimmer oder bei einem Infostand zeigen?
Dann nehmen Sie Kontakt auf mit Roxane Kilchling.

Fakt 1 - Erderhitzung

Der Deutsche Wetterdienst beobachtete neun der zehn wärmsten Jahre in Deutschland im 21. Jahrhundert, davon die vier wärmsten Jahre im zurückliegenden Jahrzehnt 2011-2020. Es war das wärmste Jahrzehnt seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.

Doch der Trend setzt sich fort: Das Jahr 2022 wird voraussichtlich das wärmste Jahr in Deutschland seit Beginn flächendeckender Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881. Im Sommer gab es so viele Sonnenstunden wie zuletzt 1951.

Auch der Oktober war extrem warm: Gemeinsam mit dem Oktober 2001 gehört er zu den wärmsten seit Beginn der Aufzeichnungen. Im baden-württembergischen Müllheim wurde Ende Oktober der Rekordwert von 28,7 Grad Celsius gemessen.

Fakt 2 - Fahrradwege

Was braucht eine Stadt, um fahrradfreundlich zu sein? Geld und Platz. In den letzten Jahren haben deutsche Großstädte für den Radverkehr zwischen 2,30 (München) und 5 Euro (Stuttgart) jährlich pro Kopf ausgegeben. Berlin liegt mit 4,70 Euro im Mittelfeld.
Der Bund hat die Mittel für den Radverkehr erhöht – auch um Klimaziele zu erreichen. 2022 waren im Haushalt des Bundesverkehrsministeriums 775 Mio. Euro für den Radverkehr eingeplant. 

In Baden-Württemberg sollen bis 2025 10 Radschnellwege entstehen, um Pendler*innen den Umstieg auf das Fahrrad zu erleichtern. Zwischen Mannheim und Heidelberg, Stuttgart und Herrenberg und auch über die Grenze hinweg von Lörrach nach Basel soll ungestörtes Radeln möglich werden. Außerdem fordern Bürger*innen vielerorts im Rahmen von Radentscheiden mehr Platz, mehr Sicherheit und mehr Lebensqualität in Städten wie Freiburg, Tübingen, Karlsruhe und im Schussental bei Ravensburg.

Mobilitätsatlas

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Fakt 3 - Treibhausgasemissionen

Deutschlands Problemfelder sind laut Klimaschutzindex (CCPI 2021) zu schwache Ausbauziele für erneuerbare Energien, viel zu wenig Fortschritt im Verkehrssektor, ein noch immer hoher Energieverbrauch sowie hohe Emissionen klimaschädlicher Treibhausgase pro Einwohner. Deshalb reiche es im Gesamtergebnis nur für die Bewertung „mittelmäßig“. Deutschland liegt hinter Staaten wie Indien, Chile und Marokko. Auf den vorderen Plätzen sind Schweden, Großbritannien und Dänemark zu finden.

Für eine klimaneutrale Welt dürfte jeder Mensch übrigens nur eine Tonne CO2 pro Jahr emittieren – derzeit sind es rund 11 Tonnen pro Person in Deutschland.

Fakt 4 - Handys und Kreislaufwirtschaft

Drei Ideen für den Umgang mit alten Handys:
1. in der heimischen Schublade liegen lassen
2. beim Recyclinghof abgeben, weil die darin enthaltenen Ressourcen wiederverwendet werden können und die Akkus giftige Stoffe enthalten
3. beim NABU abgeben. Die Handys werden mit Partnerorganisationen wiederaufbereitet und verkauft. Ein Anteil aus den Umsatzerlösen fließt in den NABU Insektenfonds.

Hier geht es zu den Sammelstellen!

Fakt 5 - Erneuerbare Energien

Im Norden und im Süden Europas ist die Verwendung erneuerbarer Energien weiter fortgeschritten als in Deutschland. Einige Länder wie etwa Norwegen können aufgrund geografischer Gegebenheiten Wasserkraft stärker nutzen. In anderen, südlichen Ländern scheint hingegen häufiger die Sonne. In Deutschland wächst der Anteil der erneuerbaren Energien am Strommix: Im Jahr 2000 lag ihr Anteil noch bei sechs Prozent, im Jahr 2021 waren es 45,7.

Während der Anteil der erneuerbaren Energien im Bereich des Stromsektors im Jahr 2021 auf 41,1 Prozent angestiegen ist, liegt ihr Anteil bei den Sektoren Wärme und Verkehr noch auf sehr niedrigem Niveau – hier muss sich schnell deutlich mehr tun, um deutsche und europäische Klimaziele zu erreichen.

Fakt 6 - Bahnstrecken

In Deutschland wurden seit 1990 über 6.500 Kilometer Schienen stillgelegt, also ein Fünftel des gesamten Schienennetzes. Davon war besonders der Osten betroffen: 40 Prozent aller geschlossenen Strecken liegen in den neuen Bundesländern. Dabei liegen im Schienenverkehr enorme Klimaschutzpotenziale. Zum Beispiel beim Güterverkehr: Der Ausstoß von Treibhausgasen liegt pro Tonne und Kilometer auf der Schiene bei 18 g. Ein LKW stößt mit 112 g mehr als das Sechsfache aus.

Baden-Württemberg hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 den öffentlichen Nahverkehr zu verdoppeln. Um das zu erreichen, sollen auch zahlreiche stillgelegte Schienenstrecken reaktiviert werden. Die Herrmann-Hesse-Bahn zwischen Calw und Renningen macht den Anfang und soll ab 2023 den Nordschwarzwald wieder mit der Region Stuttgart verbinden.

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Fakt 7 - Kohleverstromung

746 Unternehmen weltweit betreiben Kohlekraftwerke, fördern Kohle, handeln damit oder sind Zulieferer – die meisten sitzen in China, Indien, den USA und Australien. 400 davon wollen ihre Aktivitäten ausweiten. In 95 Ländern sind Kohlekraftwerke in Betrieb und in 60 weiteren Kohleanlagen geplant. 

Deutschland steigt bis 2038 schrittweise aus der klimaschädlichen Kohle aus. Knapp ein Dutzend Steinkohleanlagen und ein Braunkohleblock im Rheinischen Revier machen den Anfang und dürfen seit 2021 keine Energie mehr vermarkten.

In Baden-Württemberg sind sechs Steinkohlekraftwerke in Betrieb. Die vier größten liegen in Mannheim, Karlsruhe, Heilbronn und Altbach/Deizisau und sollen nach aktuellem Stand bis 2038 weiterlaufen. Rund 20 Prozent der Emissionen des baden-württembergischen Energiesektors gehen allein auf diese vier Kraftwerke zurück.

Kohleatlas: Daten und Fakten über einen globalen Brennstoff

Deutschland ist Weltmeister! Bei der Förderung von Braunkohle. Ein Viertel der deutschen Treibhausgase stoßen die 30 größten Kohlekraftwerke aus. Die Folge sind dramatische Schäden am Klima, an der Umwelt und am Menschen. Der Kohleatlas zeigt: Ein schrittweiser Ausstieg aus der Kohleverstromung ist technisch möglich und nötig.

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Fakt 8 - Moore

In Baden-Württemberg gibt es 45.000 Hektar Moorfläche, was ca. 1,3 Prozent der Landesfläche ausmacht. Die meisten Moore liegen in Oberschwaben und entlang des Rheins von Baden-Baden bis Mannheim. Etwa 95% der Moorflächen Baden-Württembergs sind durch Entwässerung, Landnutzung, Siedlungsbau und Torfgewinnung stark gestört.

Die meisten deutschen Moorgebiete sind verschwunden, weil sie für die Land- und Forstwirtschaft trockengelegt wurden. Durch die Entwässerung stoßen sie viel schädliches Kohlendioxid aus. Intakte, nasse Moore gehören zu den wichtigsten Kohlenstoffspeichern der Erde: Torfmoose können sechsmal mehr CO2 aus der Atmosphäre aufnehmen und binden als Wald. Außerdem bieten sie einzigartige Lebensräume  für seltene Arten.

Fakt 9 - Plastikflut

Deutschland produziert so viel Verpackungsmüll wie kein anderer EU-Staat. Bei Kunststoffverpackungsmüll liegt Deutschland auf Platz drei in der EU. 

Auch wenn Recycling von Kunststoffen bei uns betont wird, ist dies nur mit einem Bruchteil des Kunststoffmülls überhaupt möglich. Rund eine Million Tonnen Plastik werden stattdessen exportiert. Mehr als die Hälfte aller Plastikabfälle der Welt ging jahrelang nach China. Seit die Volksrepublik 2018 einen Importstopp verhängte, werden andere asiatische Staaten als Müllauffangstationen genutzt. 

Weil 99 Prozent aller Kunststoffe aus fossilen Brennstoffen wie Öl, Gas und Kohle hergestellt werden, sind die klimaschädlichen Emissionen entlang des Lebenszyklus enorm hoch. 

Fakt 10 - Erdüberlastungstag

Im Jahr 1979 fiel der sogenannte „Earth Overshoot Day“ auf den 29. Oktober. 1989 auf den 11. Oktober, 1999 auf den 29. September, 2009 auf den 18. August und 2019 auf den 29. Juli. Der Tag soll symbolisch darauf aufmerksam machen, ab wann wir im Sinne der Nachhaltigkeit in der Kreide stehen - also bspw. mehr Brennmaterial und Nahrungsmittel verbrauchen, als weltweit nachwachsen und hergestellt werden können.

Das lässt sich auch für die einzelnen Länder berechnen. Ärmere Staaten mit niedrigem Konsum wie Indonesien, Ecuador oder Nicaragua leben erst im Dezember auf Pump, in Katar und Luxemburg ist es schon im Februar so weit. Das liegt auch daran, dass diese beiden Länder den Großteil der Lebensmittel importieren. Macht höhere CO2-Emissionen und schlechte Stimmung.

Fakt 11 - Flächenverbrauch

Seit den Achtzigerjahren verbraucht die Menschheit mehr natürliche Ressourcen als die Erde hergibt, ohne Schaden zu nehmen. In Deutschland geht dabei über ein Drittel für Ernährung drauf - und davon 80 Prozent für tierische Lebensmittel. Dahinter folgen Wohnen, Mobilität und Konsum.

Trotzdem hat jeder Mensch einen eigenen ökologischen Fußabdruck. Das ist die Fläche, die eine Person umgerechnet für ihren Lebensstil in Anspruch nimmt. Diese Fläche ist natürlich begrenzt. Rechnerisch stehen jedem Menschen nur 1,7 Globale Hektar zur Verfügung. Wenn Länder diesen Wert überschreiten, verbrauchen ihre Bürger mehr Ressourcen, als unser Planet zur Verfügung stellen kann. Im Jahr 2019 hat die Weltbevölkerung fast das Doppelte an Globalen Hektar beansprucht.

Fakt 12 - Überflutung

Angenommen, alle Gletscher und Polkappen würden schmelzen, dann stiege der Meeresspiegel um etwa 70 Meter. Das besagt eine Schätzung des amerikanischen National Snow and Ice Data Center. Das Ganze ist aber nur ein Gedankenexperiment.

Realistischen Prognosen des Weltklimarates zufolge könnte der Meeresspiegel bis zum Jahr 2100 um 29 bis 59 Zentimeter steigen, selbst wenn wir effektiv gegen den Klimawandel vorgingen. Unternehmen wir keine nennenswerten Anstrengungen, könnte der Anstieg bis zu 110 Zentimeter betragen. Studien anderer Forscher warnen sogar vor über zwei Metern. Sorry, Emden!

Fakt 13 - Fleischkonsum

Gehen drei Menschen in ein Restaurant. Einer bestellt ein Fleischgericht, einer ein vegetarisches und einer einen Mehlwurm-Burger. Die Mahlzeiten haben alle einen Energiegehalt zwischen 915 und 940 Kilokalorien. Alle werden satt. Der Unterschied: Wer den Wurmburger isst, verursacht am wenigsten Kohlendioxid, nämlich nur 160 Gramm. Für das vegetarische Gericht fallen 470 Gramm an, das Fleischgericht erzeugt 2.020 Gramm. In vielen Regionen der Erde verzehren Menschen Insekten, vorwiegend in Asien. Weltweit gibt es über 2.100 essbare Arten.

Wusstest Du, dass allein die fünf größten Fleisch- und Milchkonzerne so viele schädliche Klimagase emittieren wie der größte multinationale Ölkonzern der Welt?

Fakt 14 - Vogelsterben und Windkraftanlagen

Vogelschlag an Windenergieanlagen stellt vermutlich die am stärksten diskutierte Verlustursache für Vögel dar, obwohl andere menschengemachte Faktoren folgenreicher für Populationen sind wie bspw. unsere intensivierte Landwirtschaft.
Der Vergleich zeigt: Windenergieanlagen sind nachrangig in der Betrachtung. Die Branche arbeitet an konkreten Lösungen in den Bereichen vorausschauende Flächenauswahl und Maßnahmen zur Kollisionsvermeidung, um den doppelten Schutzauftrag zu wahren: Klimaschutz vorantreiben und Artenverlust stoppen.

Fakt 15 - Atomkraft

Ende 2022 sollten die letzten Kernkraftwerke in Deutschland abgeschaltet werden. Wegen der Energiekrise werden zwei Atomkraftwerke in Süddeutschland möglicherweise einige Monate länger laufen. Eines davon wäre das AKW Neckarwestheim II im Kreis Heilbronn.

Nach dem Ausstieg aus der Atomverstromung in Deutschland müssen 1900 Castoren voll mit hoch strahlendem Müll möglichst sicher gelagert werden. Das ist die Hinterlassenschaft der Kernenergie und ihrer Nutzung. 90 Gebiete in Deutschland haben nach Erkenntnissen der Bundesgesellschaft für Endlagerung günstige geologische Voraussetzungen. Bis 2031 soll das Auswahlverfahren abgeschlossen und eine Entscheidung über den Endlagerstandort durch den Deutschen Bundestag getroffen werden. Ab 2050 sollen Behälter mit strahlendem Abfall unterirdisch eingelagert werden.