Die unsichtbaren Kosten der KI
Welche materiellen und ökologischen Folgen hat der Einsatz von KI entlang der gesamten Wertschöpfungskette?
Abbau von Rohstoffen im globalen Süden
Dort holen Arbeiter*innen seltene Erden und Mineralien aus der Erde, oft unter gefährlichen Bedingungen. Abholzung und die Verschmutzung von Grundwasser begleiten diesen Abbau. Ohne diese Stoffe entstehen keine Rechenzentren, keine Server und keine Chips und somit keine Infrastruktur für KI.
Ressourcenverbrauch
Ein einziges älteres Modell verbraucht beim Training rund 556 Gigawattstunden Strom. Das entspricht dem Jahresverbrauch von 28.000 Haushalten mit je zwei Personen. Der Kern von KI ist energieintensiv: Modelle müssen viele Tage oder Wochen auf Hochleistungsrechnern laufen, um Muster in gewaltigen Datenmengen zu erkennen.
Auch der alltägliche Gebrauch nutzt Ressourcen. Ein Gespräch mit einem KI-System benötigt so viel Strom wie 33 klassische Suchanfragen, und die Kühlung der Server verbraucht zusätzlich rund 50 ml Wasser pro Chat. Auch selbst scheinbar leichte Interaktionen sind ressourcenintensiv.
Politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Handlungsmöglichkeiten
Politik soll Standards setzen und wirksame Klimapreise einführen. Unternehmen sollen offen über ihren Verbrauch berichten und stärker in erneuerbare Energien investieren. Nutzer*innen sollen KI bewusst einsetzen, kleinere Modelle wählen und darauf achten, wie Inhalte entstehen.
Zukunftsszenario
Der weltweite Stromverbrauch von Rechenzentren könnte bis 2030 doppelt so hoch sein wie der gesamte heutige Stromverbrauch in Deutschland. Effizienzgewinne neuer Modelle gleichen das Wachstum nur teilweise aus. Wie groß mögliche Einsparungen werden können, bleibt unklar, weil Rebound-Effekte die Nutzung immer weiter antreiben.