Sind Frauen die besseren Klimapionierinnen?

Online-Tagung

Energie, Landwirtschaft, Transport und der Finanzsektor haben einen maßgeblichen Anteil am Klimawandel - die ökologische Transformation ist daher hier besonders wichtig. Wir fragen, wie und wo Frauen in diesen Sektoren vertreten sind, und ob Frauen in Schlüsselpositionen die Energiewende stärker vorantreiben.
In der Debatte mit Umweltministerin Thekla Walker fragen wir, welchen Rahmen die Politik in Baden-Württemberg setzt und wie Frauen als Klimapionierinnen gestärkt werden können.

Eine Tagung in Kooperation mit Business and Professional Women Stuttgart, der GLS Bank und dem Evangelischen Bildungszentrum Hospitalhof Stuttgart.

Anmeldung

Sind Frauen die besseren Klimapionierinnen

Die Veranstaltung ist Teil des Projektes "Wirtschaften mit Zukunft. Ökologisch, demokratisch, sozial" des Heinrich Böll Stiftungsverbundes.

Sa, 11.12.2021, 15.00–17.30 Uhr, online


Programm

14:45 Uhr: Check in

15:00 Uhr: Veranstaltungsbeginn

Begrüßung: Annette Goerlich (Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg), Dr. Doris Behrens (Business and Professional Women Stuttgart), Wilfried Münch (GLS Bank), Monika Renninger (Hospitalhof Stuttgart)


Frauen. Macht. Klima. Warum wir eine geschlechtergerechte Klimapolitik brauchen

Einführungsvortrag von Ulrike Röhr 

Frauen. Macht. Klima. Warum wir eine geschlechtergerechte Klimapolitik brauchen - Ulrike Röhr
Die Genderperspektive auf Klimawandel und Klimaschutz hat seit einigen Jahren deutlich an Aufmerksamkeit gewonnen, vor allem auf der Ebene der internationalen Klimapolitik und mit Bezug auf den Globalen Süden, aber zunehmend auch in Deutschland und Europa. Studien zeigen, dass geschlechtergerechte Gesellschaften einen geringeren CO2-Fußabdruck haben. Was sind die Ursachen, was wissen wir über die Genderaspekte des Klimawandels und was ändert sich, wenn mehr Frauen in Führungspositionen in Politik und Wirtschaft sind?

Bild einer Frau

Ulrike Röhr ist Bauingenieurin und Soziologin, arbeitet seit vielen Jahren auf nationaler und internationaler Ebene zu den Genderaspekten der Umwelt- und Klimapolitik. Sie hat genanet, die Leitstelle Gender, Umwelt, Nachhaltigkeit aufgebaut und das internationale Netzwerk GenderCC – Women for Climate Justice mit ins Leben gerufen. Ihr aktueller Arbeitsschwerpunkt liegt bei einer geschlechtergerechten nationalen Klimapolitik.

Anschließend Fragen und Austausch zum Vortrag
Moderation: Dr. Daniela Goeller, Business and Professional Women Stuttgart


16:00 Uhr Diskussion

Frauen als Klimapionierinnen stärken. Welchen Rahmen setzt die Politik?

Thekla Walker

Was tut sich im Land? Was macht die Landesregierung? In der Debatte mit Thekla Walker, Ministerin für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft, fragen wir, welchen Rahmen die Politik in Baden-Württemberg setzt und wie Frauen als Klimapionierinnen gestärkt werden können.
Anschließend Gespräch mit Prof.in Dr.in Julia Hansch, Tanja Holzschuh, Barbara Fischer-Aupperle und Angelika Stahl und Diskussion.
Moderation: Ulrike Röhr

Diskutantinnen:

Prof.in Dr.in Julia Hansch ist Professorin und Studiengangsleiterin für ABWL – Spedition, Transport und Logistik und stellv. Gleichstellungsbeauftragte an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Mannheim.

Profilfoto von Julia Hansch

Transport und Logistik haben einen maßgeblichen Einfluss auf Klima und Umwelt. Der Verkehrssektor hat 2019 163 Millionen Tonnen Treibhausgase emittiert, davon hatte allein der Straßengüterverkehr einen Anteil von ca. 35 Prozent und der Verkehr auf der Schiene lediglich 0,5 Prozent (Klimaschutzbericht der Bundesregierung, 2020). Die Logistik allein ist der drittgrößte Wirtschaftsbereich in Deutschland mit über 2,8 Mio. Beschäftigten und gut 228 Mrd. Euro Jahresumsatz.

 

Tanja Holzschuh betreibt seit 30 Jahren den Biohof Holzschuh, heute als Betriebsleiterin. Sie studierte Agrarwirtschaft und engagiert sich in der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL).

Profilfoto von Tanja Holzschuh

Landwirtschaft spielt eine entscheidende Rolle für Klima- und Umwelt. Abholzung, Bodenerosion, Übersäuerung und Trinkwasserbelastung sind globale Probleme. Gleichzeitig trifft der Klimawandel die Landwirtschaft unmittelbar, beispielsweise durch den Verlust von Ackerland oder die Veränderung der Anbauperioden. Bietet die aktuelle Reform der Europäischen Agrarpolitik Chancen für einen Richtungswechsel? In Deutschland sind nur ca. 10 Prozent der Betriebsleiter*innen in der Landwirtschaft Frauen. Welche Rolle spielen sie für die Agrarwende?

Barbara Fischer-Aupperle ist Mentorin und Coachin für Frauen. Sie hat seit über 33 Jahren im internationalen Umfeld der Wasserkraft bei Voith hohe Expertise in den Themen Nachhaltigkeit und erneuerbaren Energien. Darüber hinaus ist sie Mitbegründerin eines weltweiten Frauen-Netzwerks für die Energiewende (GWNET-Global Women's Network for the Energy Transition).

Profilfoto von Barbara Fischer-Aupperle

Der Energiesektor zählt mit seinem hohen Anteil am CO2-Ausstoß - rund 40 Prozent -  neben Industrie und Verkehr zu den großen Treibern des Klimawandels. Der sehr technik- und somit männer-dominierte Sektor hat einen Frauenanteil von 22 Prozent im konventionellen Bereich und immerhin 32 Prozent im Bereich der erneuerbaren Energien. Mit steigendem hierarchischem Niveau sinken diese Zahlen auf unter 10 Prozent! Woran liegt das?

Angelika Stahl, Leitung Vermögensmanagement und Stiftungsbetreuung bei der GLS Bank. Seit 2010 bei der GLS Bank eG und seitdem überzeugte Nachhaltigkeits-Bankerin. Seit 2009 Dozentin an der DHBW Baden-Württemberg - Fachrichtung Bank unter der Überschrift "Meine Bank, der Baum und ich".

Profilfoto von Angelika Stahl

Die Finanzwirtschaft hat eine herausragende Bedeutung in der Begrenzung der Erderhitzung. Die EU hat berechnet, dass in den nächsten 10 Jahren 180 Mrd. EUR jährlich zusätzlich an Investitionskapital benötigt werden, um die Energie- und Klimaziele des Pariser Weltklimavertrages bis 2030 zu erreichen. Einen großen Teil des Kapitals sollen private Kapitalgeber, also bspw. Banken, Pensionskassen, Versicherungsgesellschaften, Vermögensverwalter etc. zur Verfügung stellen. Hier wird entschieden, welche Unternehmen/Projekte/Innovationen finanziert werden.
Aktuell liegt der Frauenanteil im Vorstand großer deutscher Banken bei 10,5 Prozent. Bei den Sparkassen kommen 55 Frauen auf 866 Männer - 6,4 Prozent. Bei den Genossenschaftlichen Instituten liegt das Verhältnis bei 88 zu 1905 - 4,6 Prozent. Hat das Auswirkungen auf die strategische Ausrichtung von Banken und am Ende auf Finanzierungsentscheidungen?


17:30 Uhr Ende der Veranstaltung


Für weitere Informationen zur Veranstaltung wenden Sie sich bitte an Roxane Kilchling, Bildungsreferentin Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg.